Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Römisches Recht.

wollte, nicht rechten. Außerdem aber hat die letztere, zumal
bei dem Plane deö Verfassers, bekannte innere Gründe für sich,
und die erstere kann sich wenigstens darauf berufen, daß nach
der heute unverkennbar noch statt findenden, genauen tVerbin-
dung deS Studiums der Rechtsgeschichte mit dem des praktischen
Rechts, die geschichtliche Bearbeitung des Privatrechts bet wei-
tem fühlbareres Bedürfniß ist, als die des öffentlichen Rechts.
Obgleich nicht geläugnet werden darf, daß die constante Schei-
dung dieser beiden Disciplinen zu einer Einseitigkeit führen müßte,
durch welche die Erreichung der höhern Zwecke der Rechtöge-
schichte sehr lange verzögert werden würde. Denn öffentliches
und Privatrecht sind nur zwei Seiten derselben Sache , und es
kann nicht fehlen, daß durch die Betrachtung der einen immer
auch für die andere neue Ansichten gewonnen werden. Fragen
wir nun, was der Verf. nach dem eben bezeichneten Plane ge-
leistet habe, so kommt es hier auf zweierlei an: die Art der
Behandlung überhaupt, und das Einzelne.
Was das Erstere betrifft, so hat der Derf. für gut befun-
den (S. 40/ „sowohl bei der Geschichte der Quellen und ihrer
Bearbeitung als bei der der Rechtslehren selbst, die nichts we-
niger als mit einander parallel laufenden Perioden in den ein-
zelnen Materien, nicht die Gestalt der Materien in einzelnen
Perioden nachzuweisen," ein für den Zweck des Verf.'s gewiß
sehr lobenswerthes Verfahren. Denn wo eS besonders auf
Vollständigkeit im Einzelnen und Nachweisung der Literatur
abgesehn ist, muß von selbst der. Rücksicht auf das System
überwiegend werden und die durchgreifende Zerstückelung orga-
nischer Materien beschwerlich fallen. Doch vermissen wir un-
gern einen Ersatz für den mit dem Befolgen dieser Methode
verbundenen Verlust, um so mehr da dieser leicht zu leisten ge-
wesen wäre. Um nämlich dem Mangel an Uebersicht über die
gewissen Perioden eigenthümliche Bildungsart des Rechts (wor-

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