Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

2°8 Rbniisches Recht.
MuttergutS u. s. w. gelten müsse. Daß diese Erwerbungen
nicht, wie es nach altem Rechte der Fall war, ganz und gar
dem Vater gehören, sondern dem Sohne erhalten werden, soll
doch wohl eine Begünstigung des letzten seyn. Wenn man aber
dieses Recht anwcnden wollte, bloß damit eine Vermögensein-
ziehung möglich werde; so wäre dieses eine völlig verkehrte An»
Wendung. Diese muß demnach verworfen werden, und eö müs-
sen auch diese bona extriuseous aeqaisita dem Vater eben so
verbleiben, als ob das neue Recht gar nicht vorhanden wäre.
Wir hatten also auch hier einen Fall, wo da» den Kindern
erworbene Vermögen völlig wie ein peculium anzusehen ist.
Endlich darf nicht ganz unerwogen bleiben, daß Constantin,
al» er verordnete, daß in Ansehung des MuttergutS der Vater
mit dem Nießbrauch sich zu begnügen habe, nicht sogleich auch
eine Erbfolge dabei verstattete. Damals geschah cs also, daß
jedesmal, wenn der Sohn früher starb als der Vater, diesem
das Muttergut des Sohnes jure peculii verblieb. Mußte man
es demgemäß natürlich finden, dag bei dem an die Kinder ge-
kommene Muttergut die Benennung eines peculium gebraucht
wurde; so dürfte schwerlich späterhin, als eine Jntestaterbfolge
zugelaffen wurde (l. io. §. a. Tb. C. de mat. bon. 8. i8->
eine Umwälzung in diesem Sprachgebrauch entstanden seyn.
Die I. Z. 6. de bon. quse lib. 6. 6i. kann nicht als Gegenbe-
weis gelten; denn wenn es dort heißt, die lucra nuptialia sol-
len nach dem Tode des Erwerbers nicht „jure peculü" an dem
Vater, sondern „jure hereditatis" an die Kinder des verstor-
benen Erwerbers gelangen; so könnte zur Noth daraus sogar
bewiesen werden, baß man allerdings die lucra nuptialia zum
peculium rechnete, aber eben darurü nöthig fand, zu bemer-
ken, daß nach dem Tode des Erwerbers nicht das alte jus pe-
culii, sondern das Recht der Erbfolge in Anwendung zu brin-
gen ftp. — Gehen wir nun von der dreigliedrigen Einthellung

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