Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

io Griechisches Recht.
begründet ist der Satz: Jupiter etoit devenu Io clleu de la
civilisation, comme Saturne l’avoit et6 des temps barbares:
c’est sous ce rapport, que Jupiter detrona Saturne. Die
Verehrung des Neptun soll daher ihren Ursprung haben, daß
Fremde die Civilisation über das Meer nach Griechenland ge-
bracht haben? Die Hauptquelle der griechischen Religion und
Bildung ist nach dem Hrn. v. P. Aegypten, und die entge»
gcngesetzte, hauptsächlich durch O. Müller geltend gemachte
Ansicht ist dem Hrn. Derf. unbekannt geblieben. In Aegypten
haben seiner Meinung nach Orpheus, Linus, MusauS, Me-
lampus, Eumolpus, sich unterrichtet und gebildet, und von
dorther ihre Weisheit entlehnt. Den Gang der Religion und
Poesie von Thracieu nach dem Süden Griechenlands kennt der
Hr. v. P. eben so wenig, als die deutschen Forschungen und
Urtheile über Orpheus, und dessen religiöse Bedeutung, über
welchen Gegenstand vor Kurzem in Göttingen eine gelehrte
Preikschrist erschienen ist. Der Hr. v. P. scheint sich die
Entstehung der Religion in der Wnse vorzustellen, wie in
Frankreich zu Zeiten der Revolution Gott abgeschafft, und her-
nach mittelst DecretS wieder eingesetzt wurde. S. 108. T. VI.
heißt es von Cecrops: rappeia ce, qu’on devoit äux Dieux —
proclama une divinite suprSme, et voulut, que les rois
fussent les premiers pontifes. In ähnlicher Art wird von
der Gründung des Attischen Staat» gesprochen, wobei der
H. V. die französischen Constitutionen vor Augen gehabt zu
haben scheint, welche in unterschiedlichen Sorten fabricirt wor-
den sind. ES ist aber unstreitig eine verfehlte Ansicht, Reli-
gion und Staat für Producte der Willkühr, für Fabricate zu
halten, welche nach Belieben angefertigt werden.
Sollte die Einleitung in dem vorliegenden Werke den
Gang und die Geschichte der politischen Bildung bei den Grie-
chen im Allgemeinen entwickeln, so mußte daö heroische Zeit«

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