Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

^8a Kirchenrccht-
ßung einer solchen Ehe dem Katholiken möglichst zu mißrathen;
denn einmal könne selbst die für unwiderruflich erklärte Bedin-
gung, daß die Kinder ohne Unterschied des Geschlechtes katho-
lisch erzogen werden sollen, den katholischen Ehegatten in sei-
nem Gewissen nie ganz beruhigen, weil nach seinem Tode,
oder nach erfolgter Trennung der Ehe der hinterlassene oder
geschiedene protestantische Theil die Kinder in seine Gewalt be-
komme, und dann dringende Gefahr eintrete, daß die Kinder
unkatholisch werden. Sodann aber setze sich der Katholik selbst
muthwillig der Gefahr einer unglücklichen Ehe aus: der Pro-
testant könne sich scheiden lassen und eine andere Verbindung
eingehen; der verlassene katholische Ehegatte aber habe nun keine
Hoffnung einer Wiedervereinigung mit dem getrennten prote-
stantischen Ehegatten, und so lang dieser lebe, auch keine Hoff-
nung, in eine, andere Ehe treten zu können, Zur' Unter-
stützung dieser seiner Ansicht hat der Verfasser einen sieben
Seiten einnehmenden Auszug ^aus einem Briefe des verstorbe-
nen Grafen Fr, L. v. Stollberg mitgetheilt.
Ref. glaubt nicht nöthig zu haben, auf eine genauere Wi-
derlegung dieser unrichtigen und dem Geiste der Toleranz so
sehr widersprechenden Ansichten des Verfassers rinzugehen,
theils deßwcgen, weil sich die S immen der aufgeklärtesten
KirchenrechtSgelehrten und Publicisien über das Widerrechtliche
einer solchen Beschrankungder Eingehung von gemischten Ehen aufs
bestimmteste ausgesprochen haben; theils deßwcgen, weil der
Verfasser den .Beweis darüber schuldig geblieben ist, daß die
von ihm ausgesprochene Meinung wirklich auch die Lehre der
katholischen Kirche scp. Es,gibt kein allgemeinesKirchen-
gcsctz, welches die gemischten Ehen verböte. Zwar spricht Pabst
Benedikt XIV. , in einer Declaration vom rsten Nvbr. 1741»
sehr gegen diese Ehen, er nennt sie detestabilia connubia,
quae sancta Mater ecclesia perpetuo damnavit atque inter«

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