Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Sr

Strafrecht.

573-577.), fcctfl der Ehebruch nur äolo begangen werden
könne, uhb jeder den DoluS ausschlicßende Jrrthum auch die-
ses Verbrechen auSschlicßc. Auch gibt er (K. Z75. Note a) mit
Recht zu, daß nach Rom. R. auch die Braut wohl möge
haben Ehebruch begehen können, zeigr aber zugleich, daß dieß
nach Deutsch. R. nicht der Kall sep. In demselben be-
hauptet er nun auch die Möglichkeit eines Ehebruchs bei einer
bloßen s. g. Putativehe unter Berufung auf fr. jj. ch li. t.
Auch Res. halt nach Rom. Recht dieß für unläugbar. Nur
glaubt er, daß nach Deutschem Rechte in einem solchen
Falle die ordentliche Strafe nie cintrelen könnte. Wenn
nahmlich ein bloß putativer Gatte untreu wird, so kann von
einem consuinmirten Ehebrüche doch nicht wohl die Rede
sepu, da ja gar kein wirkliches Eheband da war, das verletzt
werden konnte. Es t|l hier bloß Conat des Ehebruchs, bloß
der Glaube und Wille', ein Eheband zu verletzen, möglich.
Das Rom. R. mußte nun hier allerdings auch die ordentliche
Strafe eintreten laßen, da eS bei criminibus oräinarüs den
Cvnat ganz wie die Confummatiön strafte. Bei uns muß aber
in einem- solchen Falle wegen. des Art. 178. d. P. G. O.
gelinder gestraft werden. Uebrigens müßte in diesem Falle der
Vers, nach seinen Grundsätzen über Nothwendigkeit eines
Causalzusammenhangs der jedem Versuche mit dem beabsichtig,
ten Erfolge sogar die Möglichkeit eines strafbaren Versuches
laugnen. — Zn Hinsicht auf die Bestrafung des Ehebrüche»
nach , dem neuesten. Deutsch. Rechte blieb der Vers, bei seiner
früheren Ansicht, und sucht sie in der Not. g) des fl. 579.
gegen die Einwendungen von Sommer, Henke und Martin
zu vertheidigen. Ungenau >st es hierbei, daß der Vers, die Sache
sy darsiellt, als ob Sommer über den Inhalt der R. P. Ordd.
das Gleiche behaupte, was Henke und Martin vertheidigen, da
doch Sommer teiueöwrgs annimmt, daß die R. P. Ordd. von

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