Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

54 Strafrecht.
Ehrverletzungen im heutigen Sinne des Wortes umfasse, ohne
übrigens zu erklären, wie die Römer zu diesem weiten Begriffe
gekommen seyen. Allein bei die ser Ansicht hatte eS doch wohl
der Verf. besonders rechtfertigen, sollen, wie man nun dem Ver-
brechen der Injurien einen beschränktem Umfang geben dürfe,
-da doch in Hinsicht auf den Thatbestand dieses Verbrechens auch
bei uns die einzige gesetzliche Quelle das Rdm. Recht ist. —
Sehr mit Recht sind bei der Ausführung über dieses Verbre-
chen einige Behauptungen weggelaffen, die in den früheren
Ausgaben stunden. So ist im $. 286. die letzte Periode der
8ten AuSg., in welcher die Behauptung stund, dast bei jeder
Derlaumdung eine ideale Concurrenz von Betrug und In-
jurie vorhanden fetz, ganz weggestrichen, und ebenso sind im
tz. 292. die Nummern 1—3. der 8ten AuSg. weggelaffen.
Bei der Lehre vom Pasquill sind theils die Ordnung
und die Structur der §§♦, theils einige Ausdrücke geändert, so
wie sie auch durch naher ausführende und bestimmende Zusatze
gewonnen hat. Sehr richtig scheint namentlich dem Res. der
Zusatz im §. 301. (jj. 300. der 8ten Ausg.), nach welchem
auch, in dem Falle der Schmähschrift, wenn zwar der Vorwurf
des Verbrechens ungegründet ist, aber der Pasquillant ihn für
wahr hielt, nicht die Talion, sondern die arbiträre Strafe
des Art. iio. eintreten soll. Auch der Begriff von Schmäh,
schrift und Pasquill im engern Sinne ist etwas geändert, aber
mehr im Ausdrucke, als in der Sache selbst. Allein beide Be-
griffe scheinen, zum Theile nach den Grundsätzen, die derVerf.
selbst ausstellt, etwas zu ungenau bestimmt zu sepn. DerVerf.
definirt nämlich im K. Z00. Schmähschrift durch „eine, mit
dem wahren Namen ihres Urhebers nicht bezeichnte Schrift,
welche die Anschuldigung eines Verbrechens zu ihrem In-
halte hat.', Nimmt man hier nun Verbrechen im weiteren
Sinne diese- Wortes, so ist die Definition nach des Verf. et*

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