Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Wechselordn, für d. K. der Niederl. lüy
welcher mala fide bas falsche Indossament empfing, Klage stel-
len, aber cS ist nicht einzusehcn, warum auch der unschuldige
Inhaber des Wechsels oder ein unschuldiger Indossatar als Mit-
telsperson verantwortlich sein soll. Ohnehin scheint der art. 67.
nicht nöthig zu sein, wenn man den art. e>5. zu Rathe zieht.
—• Der art. 69. gebietet dem Inhaber die theilweise Zahlung
anzunehmen (consequent freilich nach dem, was oben schon von
der theilweisen Acceptation gesagt ist). Die art. 71-75. Han»
dein (vergl. art. 158. 159. Lode de Comm.) Von der Zah-
lung des Wechsels zu Ehren eines Andern.
Vom art. 76. an spricht das Gesetz von den Rechten und
Pflichten des Wechselinhabers im Falle der Nonacceptalion oder
Nichtbezahlung des Wechsels; und stimmt im Wesentlichen mit
den art. 160 —172. überein. Neu ist art. 84. 85. nach wel-
chem der Inhaber eines protestirten Wechsels verpflichtet ist bei
Strafe von Vergütung der Kosten, Schaden und Interesse we,
nigstens den Zten Posttag nach dem Protest, von dem Protest
eine Abschrift an denjenigen, von welchem er den Wechsel er»
halten hat, zu senden, und jeder Indossant muß unter gleicher
Verantwortlichkeit den empfangenen Protest wieder an seinen
Vormann senden. Art. 86. (vergl. 164. Code de Comm.)
spricht die unbedingte Solidarität aller Wechselverbundenen aus;
so daß der Inhaber die Wahl hat, ob er den Trassanten oder
welchen der Indossanten, ob er sie alle auf einmal, oder ein-
zelne angreifen will; allein ein dem franz. Code unbekannter
höchst sonderbarer Zusatz bestimmt: wenn der Inhaber den
Trassanten allein angreift, so sind alle Indossanten bcsrcir, und
wenn er gegen einen der Indossanten seinen Anspruch richtet,
so sind alle nachfolgenden Indossanten frei. ES ist nicht einzu-
sehen, warum man durch diesen Zusatz so sehr von allen civil«
rechtlichen Grundsätzen über Solidarität abweichen will; wenn
also der Wechselinhaber von dem Trassanten, den er ausklagte.

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