Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

iü4 Handelsrecht.
machen dürfe. — Faßt man dergleichen Vorschriften von-dem
Standpunkte deS StrebenS des Gesetzgebers auf, die möglichen
Controversen abzuschneiden, so läßt sich eine so sehr ins Detail
gehende Vorschrift wohl rechtfertigen; allein Rec. meint, daß
alles dieß von selbst sich verstehe, und der Doktrin angehöre;
denn daß man einen einmal geschlossenen Vertrag (als solcher
aber gilt derAcceptationSvertrag) nicht einseitig aufheben dürfe,
ist wohl klar.
Der art. Li. ist Nachbildung des art. 124. Code de Comm.;
ist jedoch deutlicher gefaßt, enthält aber einen neuen Zusatz, in-
dem der Präsentant, wenn der Trassat nur für eine geringere
Summe, als in dem Wechsel angegeben ist, acceptirt, verpflich-
tet wird, auch die theilweise Acceptation anzunchmen, und we,
gen des Ueberrests den Protest zu leviren. — Consequent civil,
rechtlich möchte diese Bestimmung wohl nicht sein; der Wech-
selinhaber hat das Recht die ganze im Wechsel' ausgedrückte
Summe zu fordern; es kann Falle geben, wo der Inhaber da»
durch, daß er die theilweise Zahlung annehmen muß, sehr in
Verlegenheit kömmt, auf jeden Fall giebt es rin verwickeltereS
Verhältniß; und so kann höchstens die Rücksicht auf den Tras-
santen und die Begünstigung des Handelsverkehrs die Ansicht
des niederland. Gesetzes rechtfertigen.
Die Lehre von der Intervention durch Acceptation deS Wech-
sels zur Ehre eines Anderen ist sehr ausführlich in arr. 22. bis
55. vorgetragcn; die Rangordnung mehrerer Jnterventionslu-
stigen ist- in art. 25—26. so bestimmt, daß immer derjenige,
welcher vom Trassanten oder von dem auf dessen Rechnung
trajsirt wurde, zur Intervention Auftrag hat, oder derjenige,
weicher hiezu vom Remittenten oder früheren Indossanten be-
auftragt ist, den Vorzug habe. Wenn mehrere Personen, die
Aufträge haben, sich zur Intervention anbieten, oder wenn auch
Mehrere ohne Aufträge es thun, so hat der Wechselinhaber die

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