Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Feuerbach Lehrb. d. peink. R. yteAusg. 42
Recht auf Leben zu verletzen war: so kann freilich auch
ein Versuch des Raubes gar nicht stattfindcn, wo nichts zu
rauben ist. Allein wenn man von diesen Grundsätzen auö-
geht, so kann jenes Beispiel gar nicht unter das Straf-
gesetz vom Raube fallen, so wenig, als dann eine
versuchte Tödtung an einem für lebendig gehaltenen Tobten
unter das Strafgest^ über Tödtungen fallt, und es hat dann
eben in jenem Falle der A ein co»fumm11*te0 Verbrechen
der Gewallt hatgkeit begangen, bei dem aber nirgends
der geringste Mangel am Thatbestande sich findet. Was das
zweite Depspiel betrifft, so kommt es bei dessen Veurkheilung
ganz darauf an, ob die Immissio seminis zur Vollendung der
Nothzucht nochwendig, ob sie zu dem „Alles, was zum Ve-
rgriffe des Verbrechens gehört" (ß. 42.) zu rechnen ist; halt
man sie nicht für ein Reguisit der Consummation, so hat der
L eben eine consnmmirte Nothzucht begangen, bei der
am Thatbestande gar nichts fehlt; denn blos ein für den Be-
griff des?Verbrechens und für die Strafbarkeit ganz bedeutungs-
loses Merkmal ist zweifelhaft. Da aber der Derf. bei der Leh-
re von der Nothzucht sagt ($. 268.): „der mit Gewalt er-
zwungene Beischlaf muß vollendet fepn: bloße Vereini-
„gung derGeschlechkstheile ist daher eben so wenig hinreichend,
„als bloße omissio seminis^; so gehört nach seiner Ansicht zur
Consummation der Nothzucht immissio somiois; ist daher
diese zweifelhaft, also rechtlich als nicht vorhanden anzuneh-
men, so kann nichts anderes vorhanden seyn, als Conat der
Nothzucht; es tritt also Milderung der Strafe eben wegen
Versuchs, nicht aber wegen eines anderweücn Manges am
Thatbestande ein. Ebenso ist es auch mit dem dritten Bei-
spiele. Der Vers, sagt sehr richtig bei der Lehre von der Töd-
tung im 208.: „Beraubung des Lebens ist der rechtöwidri-
„ge Erfolg; daher erst mit dem Dafeyn dieser Folge da§Ver-

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