Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Wechselordn, für d. Ä. der Nieder!. 161
Wechselinhaber, und eine Reihe falscher Entscheidungen der ein-
zelnen Falle müßten conscguent aus der angenommenen Analo-
gie vom Mandat sich ergeben, so z. B. müßte man annehmen,
daß durch den Tod des Trassanten das Mandat erlösche, und
der Trassat nicht mehr acceptiren könne, oder nicht mehr ge-
bunden sei, wenn er den in der Zwischenzeit erfolgten Tod deS
Trassanten erfahrt; so müßte man auch (offenbar gegen alle
wechselrechtlichen Grundsätze) behaupten, daß der Trassant als
Mandator in jederZeit noch contramandiren könne, weil er auch
das Mandat widerrufen kann; auch müßte man annehmcn,
daß nach dem Verfalltage der Trassat nicht mehr acceptiren
könne, weil MS Mandat nur bis aijf den Verfalltag reicht; und
am wichtigsten würde die Annahme des Mandats-Vertrags bei
der Frage, ob der Acceptant die Wechsel doch bezahlen solle,
wenn sich nach der Acceptation ergiebt, daß die Unterschrift des
Trassanten falsch sei. Will man den Grundsätzen des Man-
dats treu bleiben, so muß man diese Frage verneinen, wah-
rend nach richtigen Grundsätzen des WcchselrechtS die Frage be-
jaht werden muß.— Warum will man denn nicht einfehen,
daß sowohl der Vertrag zwischen Trassanten und Remittenten,
als der zwischen Trassanten und Trassaten ein eigenthümlich
deutscher Vertrag ist, der wohl Achnlichkeit mit einigen römi-
schen Vertragen hat, aber selbstständige Rechte und Pflichten
erzeugt?
Rec. will nun genauer die einzelnen Artikel des nicderland.
Gesetzes in so ferne sie in dem Code de.Comm. nicht Vorkom-
men, oder Modiflkationen der französischen Artikel enthalten,
hervorheben.
Der art. 6. erklärt (der Code de Comm. schweigt dar-
über), daß der Trassant schuldig sei, dem Remittenten auf Ver-
langen mehrere Wechselexemplare auszustellen. Nicht mit Un-
recht fragt man, vb diese so absolut aufgelegte Verbindlichkeit
Krit. Jeitschr. I. 3.

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