Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Strafrecht.

42
97: „Wenn ^ um eine Person zu berauben^ dieselbe schlagt,
„knebelt und verwundet,, aber nichts findet, was er ihr neh-
men könnte; wenn L zur Befriedigung der Geschlechtslust
„ein Mädchen thätlich überwältigt, von ihr den Beischlaf er-
zwingt, und etwa nur die irrimissio seminis zweifelhaft ist;
„wenn eine Weibsperson, um ihr lebendiggebohrenes, lebens,
,,fähiges Kind zu tödten, dasselbe körperlich mißhandelt, und
„gefährlich verletzt hat, aber doch zweifelhaft ist, ob das Kind
„an jenen Verletzungen wirklich gestorben: so können diese
,,Handlungen weder als straflos, noch als bloße Versuche
,,betrachtet werden, da in allen diesen. Fällen die Rechtsver-
letzung selbst, sogar ihren'Hauptmomenten nach, bereits
„vollzogen ist/' Allein, wirs diese Bemerkung Detrifft, so
ist zwar allerdings in diesen Fällen eine Rechtsverletzung
vollzogen, allein die Rechtsverletzung, die und wie sie zum
Begriffe des ausgeführten Verbrechens gehört, ist doch
nicht vollständig vollzogen. Was nahmlich das erste Bei-
spiel anbelangt, so wird in demselben Jeder, der, wie Nef.,
zum strafbaren Versuche keinen Causalzusarnmenhang mit
dem beabsichtigten Erfolge fordert, einen Versuch des Rau-
bes, und zwar ein s. g. delictum perfectum sin den. Der
Verbrecher hat Gewalt zugefügt in der'Absicht und als Mit-
tel, einen Raub auszuführen und hat Alles geth'an, was er
zur Ausführung des Raubes für nöthig hielt, nur konnte er
ihn nicht ausführenp weil er nichts zu rauben fand. Allein
nach de.s Vers. Grundsätzen kann hier freilich nicht Won ei-
nein Versuche des Raubs gesprochen werden, aber ebensowenig
von einem Milderungsgrunde wegen Mangels am Tatbe-
stände. Wenn Feuerbach nahmlich zum strafbaren Versuche
fordert, daß die Handlung mit dem beabsichtigten Erfolge im
Zusammenhänge stund (h. 42) und einen Versuch der Tödtung
an einem Leichnam verwirft (jj. 42 Not. c.), weil hier kein

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