Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

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Handelsrecht.

delsgesetzbücher oder Entwürfe geworden ist; d,'eß ist der Fall
in Bezug auf den iZ" unter dem Titel: „Materialien zu ei-
nem Handelsgesetzbuche für die Stadt Frankfurt" erschienenen
Entwurf, der völlig nach dem Plane des Code de Comro. be-
arbeitet wurde, jedoch mit Weglassung des Seerechtö, und des
Ulten Buchs (welches von dem Falliment), und des IVten
Buchs (das von der handelsrechtlichen Gerichtsbarkeit handelt).
Dieser frankfurtifche Entwurf ist merkwürdig durch seine Voll-
ständigkeit, indem er die zahlreichen Lücken, welche der Code
de Comm. enthalt, auszufüllen, und das was der Code nur
andeutet, in den einzelnen Folgerungen und Anwendung auf
die vorkommendcn Hauptfälle durchzuführen sucht. Die schwie-
rige Lehre von der Deckung (Provision), über die der Code die
kurzen Artikel 115—117 enthalt,-ist im Frankfurter Entwürfe in
den ziemlich breiten Artikeln 169—i?Z umständlich entwickelt;
so enthalten die Art. 205 — 211 weitläufige Normen über die
Acceptation, wenn mehrere Wechselexemplare vorhanden sind;
die Art. 229—252 handeln von der Intervention zur Ehre; die
im Code mit Stillschweigen übergangene Frage von dem Ein-
flüsse der Fälschung bei Wechseln ist in §. Zu—Z20. deö frankf»
Entw. normirt; und merkwürdig sind die Art. Z82—594 über
das Benehmen der Wechselinhaber bei Nichtzahlung der Wech-
sel. — Der Entwurf erhielt jedoch nie Gesetzeskraft und wohl
nicht ganz mit Unrecht. Wenn auch der Entwurf viele gute
Bestimmungen und Dorsichtßmaaßregeln enthalt, über die der
Code schweigt, so ist doch schon dadurch das Grundprineip von
welchem der Code ausgieng verletzt worden, daß der Entwurf
die französischen Normen mehr dem deutschen Wechfelrechte
anzupaffen und daher auch auf eigene oder trockene Wechsel
auszudehnen suchte. Auch waren zu viele Bestimmungen in
den Entwurf ausgenommen, welche sich entweder von selbst ver-
stehen, oder die eigentlich nur Vorsichtsmaaßregeln und War-

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