Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Henke, Hanvb. d. Crim. R. zt B. ?3
Anordnung (S. io.), das anderemal nur, um zu sagen, daß
man mit Martin nicht Menschentödtung zu sagen brauche
(S. 22.), angeführt, und doch gehören diese beiden Werke ge-
wiß zu den wichtigsten neueren criminalist. Werken! — Außer,
dem ist noch bei einzelnen Fragen Vieles übergangen; so z. B.
übersah der Verf. S. 53. die in neuerer Zeit mit Recht auf-
gestellte Behauptung, daß organische Fehler eines Kindes Le-
bensunfahigkeit begründen können; S. 557. übersah er bei sei-
ner Annahme eines adulterium im weitern Sinne, was hie-
gegen Hoffmann und besonders Ducker (äs latinitate ju-
risc. vett.) beweisen; bei der Frage, was die Römer unter incestus
jur. gent. u. j. civilis verstunden, wird 0.i 59, bloö dieFeuerbach-
sche Ansicht mit denBelegcn, welchcFeuerbach gibt (ohneaber F.
anzuführen), so gegeben, als ob die Sache gar keinen Zweifel halte und
also gar nicht bestritten wäre, und ohne daher auch die sehr beach-
tenSwerthen Gründe, welche Kon opak gegen jene Ansicht aus-
führtc, irgend zu beachten, und dabei ist auf Matthäus verwie-
sen, der doch eine ganz andre Ansicht hat, als die, welche der
Verf. aus F. nahm. Ebenso wenig erfährt man bei der Be-
hauptung des Verf. S. 555.: nach der Carolina sei zur Con»
summation der Bigamie kein Beischlaf nöthig, daß die Meisten
anderer Ansicht sind, und von einer Berührung oder Widerle-
gung ihrer Gcgcngründe ist daher nicht die Rede. Daß der
Art. 152. d. PGO. blos von unehelichen Kindern spreche, wie der Vf.
S. 364. behauptet, hat Roßhirt durch eine Vergleichung mit
der Bambergensis widerlegt. Bei der Frage über die Zeit, von
welcher an bei den Römern die KAuöfetzung als Verbrechen
behandelt wurde, und bei welcher der Verf. die Roodt'fche
Ansicht annimmt, sind nicht nur die Dissentienten nicht naher
angeführt, und bloö durch eine Verweisung auf Spangenberg
abgefertigt, sondern cs ist auch der Hauptgrund, durch welchen M i t-
termaier (Cr. Arch. VH. Z.) jene Ansicht widerlegt, weder

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