Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

56

Strafrecht.

auch namentlich in neuererIeit mannigfach besprochene, Fragen
findet man kein Wort. Ueber Beschädigung oder Vernichtung
fremden CigenthumS findet man so gut wie nichts vom gem.
R. Denn so kann man doch wohl die 4 Zeilen nennen, in
welchen der Verf. S. 586. sagt: Daß bei diesem Verbrechen
„im röm. R. die Folgen der I. Aquilia eintreten, wiewohl ein»
zelne, in objektiver und subjektiver Hinsicht beschwerte Arten
mit einer öffentlichen Strafe extra ordinem belegt wurden."
Bei der Anmaßung fremder Rechte (S. 45*.) findet man kein
Wort über Bestimmungen des gem» Rechts, und gerade bei die-
sem, so wie bei den beiden andern ebengenannten Verbrechen
wäre aus so vielen Gründen eine Untersuchung über den Ge-
sichtspunkt, von welchem aus das gemeine Recht sie erfasse,
von so großem (nicht blos unmittelbar praktischem) Interesse!
Außerdem sind bei einzelnen Verbrechen noch eine Menge wich-
tiger das gem. R. betreffender Punkte übergangen, z. B. bei
der TödtUNg das Verhältnis der lex Aquilia zur I. Cornelia,
welches namentlich auch für die Gesichtspunkte, von denen der-
Verf. ausgeht, wichtig ist, ebenso die positiv-rechtliche Grenze
des Derwandtenmorde; über den Art. i48. der P. G.D. wird
wird (S. 89. 90.) ganz unbefriedigend gesprochen; über die
Grenzen der Blutschande nach der Carolina findet man nichts
(vgl. S. 158.); eine Hauptfrage bei der Nothzucht, ob das
gemeine Recht sie blos als Verletzung der jungfräulichen und
fraulichen Ehre auffaffe, ist gar nicht herausgehoben, und ge-
nauer untersucht, auf diesen Punt überhaupt nicht, wie er es
verdiente, genauer eingegangen (vgl. S. 212. ff.), und das
Gleiche ist bei der Entführung der Fall (vergl. S. 172. 17z.
i75.); bei der Lehre von den Injurien ist die, für den Geist
des Röm. Strafrechts und den Zusammenhang seines ganzen
Strafsystems so wichtige. Römische Theorie über Realinjurien
gar nicht genau untersucht und dargestellt (,vgl. S. 259. f.)

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer