Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

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Henke, Handb. d. Ceim. R. 2t B.
betrifft, so findet sich in diesem Bande weder eine so umfassen-
de Darstellung desselben, daß man aus ihm genaue, voll-
ständige und zuverläßige Auskunft über das gemeine Recht wird
erhallen können, noch Neues, wodurch unsre Kenntniß des ge-
meinen Rechts weiter gefördert worden wäre. Cs lag auch
wohl weder eine solche umfassende Darstellung, noch ein Bemü-
hen, neue Aufschlüsse über dieses Recht zu geben, im Plane des
Derf. Allein selbst bei des Vers. Plane hätten doch nicht so
wichtige Fragen nach gcm. Rechte ünerörtert gelassen werden
sollen, wie er zum Theil ünerörtert ließ; um so weniger, als
er doch das gemeine Recht als die hauptsächlichste und wichtig-
ste der von ihm berührten positiven Gesetzgebungen behandelt;
es hätten so manche Unrichtigkeiten vermieden werden sollen,
die sich bei seinen Angaben über gemeines Recht finden; eS hät-
te endlich der Verf. nach einem festem und consequenter gehalte-
nen Plane das gemeine Recht darstellen und benützen sollen, als
er eS that. — Hier nur einige Belege für diese drei Ausstel-
lungen. Was zunächst die Letzte betrifft, so ist bei manchen
Verbrechen das gemeine Recht zur Grundlage der ganzen Er,
örterung gemacht, z. B. bei der Kinderaussetzung S. Z6st. f.;
beim Thatbestand des Diebstahls S. 3S9. f, u. 31.; bei man-
chen dagegen erfahrt man entweder gar nichts vom gemeinen
Rechte, oder doch so gut, wie nichts, und bei andern ist das
gemeine Recht mehr nur nebenbei berührt. — Dieses, wie über-
haupt das gänzliche Ucbergehen wichtiger Punkte des gemeinen
Rechts, wird sich schon aus folgenden Beispielen ergeben. Bei
den Verbrechen wider die Gesundheit überhaupt (S. 119. f.)
erfährt man gar nichts von der Ansicht des gcm. Rechts über
dieses Verbrechen. Ob es nach gem. R. ein besondres Verbre-
chen der Gesundheitsverletzung gibt, ob nach gem. R. bloS do,
lose, oder ob auch culpose Gesundheitsverletzungen strafbar sind,
über diese, für den Geist des gem. Rechts nicht unwichtige und

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