Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Henke, Handd. d. Crim. R. rr B. 53
Quelle der Derf. spricht; bisweilen spricht auch der Vers, so,
als ob er geradezu an das gemeine Recht als Quelle seiner
Entscheidung gebunden wäre; bei dem so wichtigen und interes-
santen Verbrechen des Diebstahls findet man in Hinficht auf
seinen Begriff und Thatbestand gar keine Philosophie, gar keine
Aufstellung eines „allgemeinen Begriffs", sondern bloß eine
(zwar meist sehr richtige, aber meist wörtlich aus Klien genom-
mene) Darstellung des Röm. und gemeinen Deutschen Rechts
mit Anhängung einiger Bestimmungen neuerer Gesetzgebungen.
In Hinficht auf die im Plane des Vers, liegende Rücksicht
auf die „Gesetzgebungen alter Zeiten und Völker"
oder wenigstens, wie der Verf. an einem andern Orte will, auf
die „hervorstechendsten," fandRef. auch nicht einmal eine
Annäherung an eine diesem Plane genügende Ausführung. Frei-
lich ist die Aufgabe groß und ungeheuer unifaffend. Allein der
Verf. setzte sie sich einmal, und macht von ihr die Wissenschaft»
lichkeit seines Werkes mit abhängig, mit» da hatte er doch zu
ihrer Erreichung thun sollen, was in seinen Kräften stund. Aber
dieß geschah nicht. Ref. will nicht einmal davon sagen, daß,
wenn er Röm. Recht und die Carolina ausnimmt, von älteren
Europäischen Gesetzgebungen und Rechten man eigentlich so gut,
wie nichts erfahrt. Selten kommt selbst auch nur eine Notiz
über die ältesten Deutschen Rechtssammlungen, über Particular-
rechte des Mittelalters u. dgl. vor. Ebenso findet sich über In«
bische, Chinesische,»Muhamedanische Gesetzgebung eigentlich nichts
in diesem Bande. Denn ein paar höchst dürftige Berührungen,
die noch dazu meist aus dem im I. 1815. erschienenen Lehrbu»
che des Verf. genommen sind, können hier nicht in Betracht
kommen. Aber selbst höchst wichtige Gesetzgebungen und Rechte
des vorigen Jahrhunderts und unsrer Zeit sind theils ganz, theils
so gut, wie ganz übergangen; so die Französische, sowohl die
vor der Revolution, als die von der Republik und die zur Zeit

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