Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

5i

Henke, Handb. d. Crim. N. rr B.
die einzelnen Verbrechen sondert in Privatverbrechen, StaatSv.,
und Verbrechen gegen das Gemeinwesen. Bekanntlich ist diese
Anordnung auch schon von Andern befolgt worden. Der Df. rechtfer-
tigt sie (B.I. S.Z37. B.ll. S. 5.7.) blos dadurch, daß sie die
Uebersicht erleichtere. Daß aber dieß keineswegs der Fall sey,
und daß sie manches seiner innern Natur nach Zusammengehö-
rige auf eine unwiffenschastliche Weise zerreiße, ließe sich sehr
leicht zeigen. ^Indessen glaubt Nef. dieses hier um so mehr
übergehen zu muffen, als eS schon von Andern an andern Or-
ten besprochen und gezeigt wurde, auf welche Erörterungen aber
der Verf. bei der Rechtfertigung seiner Wahl, die überhaupt
nur in wenigen Worten besteht, keine Rücksicht nahm.
Die Privatverb, theilt der Verf. in Verbrechen a) an der
Person b) am Eigenthum o) an der Person und dem Eigen-
thum eines Andern. Der vorliegende Band nun entwickelt die
beiden ersten Classen (a u. b). Zu der ersten Cl. rechnet der
Verf. Tödtung (i, Kap.); die Verb, wider die Gesundheit (2.
Kap.); Verb, wider die persönl. Freiheit (5. Kap. hier insbe-
sondere widcrrechtl. Gefangenhalten und Menschenraub); An-
griffe auf Sittlichkeit (4. Kap. Verführung zur Unzucht; Ent-
führung; Nothzucht;) Angriffe auf die Ehre (5. Kap.); Verle-
gung der Familienrechte (6. Kap. inSbes. Ehebruch, Bigamie,
Kinderaussetzung und Unterschiebung eines Kindes). Zur zwei-
ten Claffe werden gerechnet die Beschädigung und Vernichtung
fremden Eigenthums (i. Kap.), und die Entziehung fremden
Eigenthums (2. Kap. nämlich Diebstahl, Unterschlagung, An-
maßung von Rechten.) — Diese Stellung ist in allen Haupt-
punkten und auch beinahe in allen Nebenpunkten aus dem Ent-
würfe eines Sk. G. V. für Baiern von 1822, von welchem auch
der Verf. sagt, daß derselbe ihm hierin zum Theil als Leitfa-
den gedient habe, genommen, und somit wird es auch nicht
hierher gehören, sie genauer zu beurtheilen. Uebrigens ließe

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer