Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

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Erkenntniß gegen d. Jüngl. Bund.
doch gestehen, baß ihm einige Zweifel gegen die Richtigkeit der
Ausführung aufstießen, und er erlaubt sich einen Theil dersel»
den hier kurz anzudeuten. Daß das P. Landrecht in 92*
durch „Unternehmen" mehr sagen wollte, als im jj. 91. durch
„Handlung" scheint sehr zweifelhaft, namentlich daß eS damit
eine „ins äußere Leben getretene Handlung, die an sich in ihrer
Entwickelung die Fähigkeit hatte, zum beabsichtigten Zwecke zu
führen" bezeichnen wollte. Ein „Unternehmen, welches aufrc.
abzielt" heißt nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauche doch
wohl nichts anderes, als jede äussere Handlung, die zu
dem Zwecke ic. vorgenommen wird, sollte sie auch gar nicht
zu Erreichung dieses Zweckes geeignet sepn. Daß aber das P.
Landrecht hier vom gewöhnlichen Sprachgebrauche abweichen
wollte, ist wohl sehr zweifelhaft. Das Uriheil sagt nur, daß
der Ausdruck „Unternehmen" ein gesteigerter sep, führt aber
zum Beweise hierfür eigentlich nichts an. Vielmehr scheint
sich noch eher annehmen zu lassen, daß das Landr. den Aus-
druck „Unternehmen" für „freiwillige Handlung" bloS deßhalb
bei den Z folgenden Verbrechen gebraucht, weil dieselben ge-
wöhnlich nur auf umfassendere Plane und größere Zurüstun.
gen sich bauen und weil dadurch auch der zu diesen Verbrechen
nöthige Dolus, von dem in den Definitionen weiter nichts ge-
sagt ist, angedeutet werden sollte. Denn der Grund, den das
Urtheil beiläufig anführk, daß im §. 9t. das Wort „Handlung"
deßhalb gebraucht sep, weil Staatsverbrechen überhaupt auch
durch bloße Willenserklärungen in Sprache, Schrift oder Bil-
dern begangen werden können, beweist wohl nichts, da nicht
wird gelaugnek werden können, daß auch Hochverrath (und auch
Landesverratherey) auf ähnliche Weise begangen werden könne,
so bald man zur Consummation des HochverrathS, wie es das *
Urtheil thut, blos fordert, daß ein „Unternehmen, welches ge»
waltsame Umwälzung des Staats zur Tendenz hat, wirk»

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