Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

28 Deutsches Recht.
nnd die Aufbürdung mancher neuerer Lasten auf die bäuerlichen
Grundeigenthümer. — Die Altenhaßlauec Mark oder Centgraf-
schaft umfaßte 5 Dorfschaften, die noch im i4ten Jahrh. un-
mittelbar dem Reiche unterworfen waren: „daß das Gericht zu
Altenhaßlau des Heyl. Reichs frei Gerichte sey" ist die erste
Weisung deS Weisthumö von 1354. Die Verfassung darin ist
zwar sehr übereinstimmend mit der aus andern Weiöthümern
bekannten Markgenossenschafts, Verfassung, beschränkt sich aber
keineswegs auf Gegenstände des Markrechts. So werden S.
Zc>. unterschieden zugefügte Frevel (unstreitig körperliche
Verletzungen), und Frevel die in der Mark (verübt sind:
muß hinzugefügt werden; wie denn überhaupt Lücken und ver-
derbte Ausdrücke vielfach in diesen Urkunden Vorkommen); bei-
de sollen in dem Altenhaßlauer Gerichte gerügt werden, jene
von den Hepmbürgen, diese vom Förster. Diese Vereinigung
von Mark- und Cent-Sachen ist vorzüglich deßhalb bemerkens-
werth, weil sie uns überhaupt berechtigt das Bild der Altdeut-
schen Gerichtsverfassung, wovon die alteren Zeiten uns so man-
gelhafte Kunde geben, aus den später» Nachrichten von den
Markgenossenschaften zu entnehmen und zu ergänzen. Andere
ausser den Markverhaltnissen, von denen hier noch die Rede ist,
betreffen die Rechte der verschiedenen Landbesitzer an ihren Gü-
tern, Erbleihen und Landsiedelhöfen. S. 33,, und Gewcrbs-
rechte, z. B. daß Niemand ohne Erlaubniß des Altenhaßlauer
Gerichts Wein verschenken darf, es sei denn selbst gewonnener.
In dem Weisthum von ig/o kommen sogar viele kirchliche Ge-
genstände vor. S. 45. ff. — Unter den Marksachen dürfte als
ein eigenthümlicher Punkt dieser Weisthümer hervorgehoben wer-
den, der aber gewiß häufiger in den Markverfassungen selbst vor-
kam, — daß kein Markgenoffe innerhalb der Mark seinen rig.
ncn Wald haben durfte, — pflanzte Jemand auf seinem eignen
Grunde einen Wald, so ward dieser, sobald er so weit gediehen

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