Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

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Staatswissenschaftr»«.
dern. — B. ist somit ganz Anhänger der Abschreckungs-Theo,
rie; übrigens würde man vergebens nach einer tieferen oder ei-
genthümlichen Begründung dieser Theorie in einer der Schriften
B's suchen; er laßt sich darauf gar nicht ein, sondern sagt viel-
mehr ausdrücklich: „es sei ein Axiom, daß der Widerholung
des Verbrechens sowohl beim Verbrecher, als bei Andern zu»
vorgekommen werden müsse, und daß dieses bloS möglich sei,
wenn die bestehende Strafdrohung dem zur Begehung eines Ver-
brechens Geneigten einen größeren Schaden denn Nutzen als Fol»
ge von der Begehung der rechtswidrigen Handlung verheiße."
Es bedarf somit kaum der Bemerkung, daß die deutschen Straf-
rechts-Lehrer und Straf-Politiker bei weitem gründlicher und
unsichtiger die höchsten Grundsätze des Strafrechts untersucht
haben, und daß, wenn der Engländer in der Analyse des We«
sens der einzelnen Strafarten eigenthümlicheö leistet, er durch
eine Bekanntschaft mit den Schriften eines Feuerbach, Grol-
man. Welker, Oerstedt u. s. w. hinsichtlich der obersten
Grundsätze der Wissenschaft viel hatte gewinnen mögen» Ref.
hat übrigens doch die Gegner sowohl, als die Anhänger der Ab-
schreckungs-Theorie darauf aufmerksam zu machen, daß die An-
sicht B's keineswegs isolirt steht, sondern daß sie mit seiner gan-
zen Philosophie, welche auf dem einfachen Grundsätze ruht, daß
der Mensch nur durch die (richtige) Berechnung seines (wahren)
Nutzens und Schadens sich zu leiten habe, auf das innigste verwebt
ist, und also Billigung und Widerlegung höher hinaufsteigen muß.
Nach dieser kurzen Andeutung seines obersten Grundsatzes
geht der Derf. über zur Classification der Strafen; er «heilt
dieselben doppelt ein. Zuerst in vier Classen, nämlich in die
'Strafen gegen die Persönlichkeit — gegen das Eigenthum —
gegen die äußere Ehre — gegen den Stand (eonckilion) des
zu Bestrafenden. Auf so manchfache Weise sei der Mensch
verwundbar, und wie also auf der einen Seite Verbrechen ge.

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