Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Gciupp, Magd. u. Hall. Recht. 25
der die Zeit der Abfassung, über die Civitatenses zu deren Be-
sten, und selbst über die Person dieses Dominus H. an den die Ur-
kunde gerichtet ist, läßt sie selbst uns zunächst in Ungewißheit.
Daß letzterer Niemand anders sepn könne, als derselbe Hein-
rich I., der das obige Privilegium der Stadt Goldberg verlieh,
findet sich bei/dem Vf., der uns auf die betreffenden Abhand-
lung im iten Abschnitt hier verweiset, S. 85. sehr wahrschein-
lich gemacht. — Daraus, daß diese Urkunde seit uralten Zeiten
im Goldberger Stadtarchive aufbewahrt wird schließt derselbe,
daß sie auch für Goldberg geschrieben sey. Man könnte zwar
annehmen, der Herzog habe sich überhaupt zu Mittheilungen an
seine Städte diese Aufzeichnung geben lassen, weil es doch sonst
auffalleyd scheint, daß die Stadt gar nicht darin genannt wird,
zu welcher Magdeburg hiedurch in das Verhältniß eines Ober-
hofes trat oder zu treten hoffen durste. Indessen finden sich in
der Einleitung sowohl als im Terte'Aeufferungcn in Beziehung
auf die Bürger, für welche die Aufzeichnung geschah, die sich
nur von einer einzelnen bestimmten, und den Magdeburgern
auch bekannten Stadt verstehen lassen, als welche sich dann
freilich Goldberg zunächst unsrer Vermuthung darbielet. —
Dieses angenommen dürfen wir auch in Ansehung der Zeit dem
Vf. beitretey, die er nach 1211 bestimmt, als dem Jahre des
obigen Privilegiums von Goldbrrg,— weil so die Worte uns-
rer Urkunde: „pro vestra petitione nostrorum Privilegiorum
Rescripta et nostre civitatis jura totius vobis transmisimus.u
DaS andre Grenzjahr betreffend, fodürfen wir in Betracht des schon
bei weitem reicheren und ausgebildeteren Materials in dem
Hallischen Schöffenbriefe von 1255 keinen Anstand nehmen, un-
ser Document noch ein bedeutendes vor dieses Jahr zu stellen;
man müßte denn etwa einwenden, daß ja das Magdcburgische
Recht in Halle seine selbstständige und reichere Ausbildung frü-
her als in Magdeburg selbst erhalten haben könnte, was durch

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