Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

3.2.1.2. Die Turiner Institutionen-Glosse

ASm. Recht. Nmcfttdeckte Quellen, Justin. Verordn. 119
Savigny (nun,. 1.) gicbt die beiden wichtigsten neuen
Novellen»Texte Llov. 7s. und 104.; Biener num. 2., nach
LancizolleS neuer Benutzung der Wiener Handschrift, ausser
diesen »och Nov. 50,64. 65. 68.} Biener nura. 3«, nach Ko-
pitarS Mitlheilung. eine bis dahin ganz unbekannte Verord»
nung JustinianS.
Wir gewinnen hierdurch hauptsächlich einen alten lateini-
schen Text solcher Novellen, von denen bisher bloS der griechi-
sche bekannt war (50. 64. 65. 6s.) • in zwei Fällen (62. 104.)
einen vollständigen Text, wo wir bisher nur Julians Aus-
zug hatten; nur eine uns durchaus neue Verordnung. Haupt-
sächlich ist es also die Kritik und daö feinere Vcrstandniß eini-
ger Justinianischen Verordnungen, die hierdurch weiter geför-
dert werden können. Auch die beiden jetzt erst vollständiger be»
kannt gewordnen geben schwerlich Andres: so schlecht ist die
Weitlaustigkeit der Justinianischen Sprache, so gut Juliane Aus-
zug. Einzig die erst igsg von Biener bekannt gemachte, ent-
haltend ein allgemeines Moratorium und theilweiscn Schuld-
Nachlaß für Si'cilien, mit allerlei Beziehungen auf andre Rechts-
verhältnisse, namentlich des Pfandrechts, könnte hier und da
das Vcrstandniß der zu JustinianS Zeit geltenden Rechtssätze
selbst fördern. Hindernd ist indessen in allen jenen Beziehungen
der sehr verdorbne Zustand der Handschrift, welcher noch viel-
fache .Anwendung der Kritik fodert, die im Plane der ersten
Herausgeber nicht lag.
IV. Die Turiner JnstitutioneN'Glosse.
Di« ausgezeichnete Jnstitutionen-Gloffe, welche mir glückte
in der ältesten Turiner Handschrift der Institutionen, zu be-
merken, und die dann 1822 Savignp in seiner Geschichte des
Römischen Rechts im Mittelalter Bd. Z. S. 671—717. abdru-
cken ließ, verdient auch unterIden Quellen unsrer Rcchtskennt-

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