Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Rettig, Polizeiges. von Bade«. xi5
ner Rechtfertigung angeführte — Grund, daß die Polizei zum
Theile von den Gemeindebehörden verwaltet werde, ist keines»
wegS von der Art, daß alle Rechtsverhältnisse des badischen
Staatsbürgers als Ortsangehöngen, und die gesammte Einrich-
tung der Gemeinde-Behörden, des EemeindehauShalleS u. f. w.
hier aufgeführt werden mußten. Ware dieferGrund richtig, so würde
auch das gesammte b. Staatsrccht, nach Verfaffungö» und nach
Berwaltungs.-Bcziehungen gelegentlich abzuhandcln gewesen seyn,
denn Institutionen und Menschen werden bald da bald dort von der
Polizei berührt; dieß aber hat der Verf. mit Recht nicht ge»
than, also ist in Beziehung auf die Gemeinde-Ordnung Jncvn-
segnen; und Ueberfluß. — Ebenso gehören der dritte, vierte und
fünfte Titel deS zweiten Buches, nämlich die Eheordnung,
§. 270—528.; die Eides-Ordnung, §. 529 — 551.; und
die Vvrmundfchafts»Ordnung, 0. 852—457., somit also
ein beträchtlicher Thcil der ganzen Schrift, keineswegs in das
Gebiet der Polizei. Alle drei Materieen enthalten blos Rechts-
verhältnisse und Rechtsvorschriften. ES wird daher auch der
erste derselben, (der Ehe-O.) von jedem Gesctzbuche und von
jedem Privat-Shsteme theilS beim bürgerlichen, thcils beim Kir>
chen-Rechte ihrWatz eingeräumt, wohin sic dann auch, in jenes
als Vertrags», in dieses als religiöses Vcrhaltniß gehört. Eben-
so gehört die Lehre vom Eide in das Kirchenrecht und bczie»
hungSweisr in das Strafrecht. Wie der Verf. die Vormund-
schafts. Ordnung zur Polizei (von der er selbst die Rechtöpoli»
zei — Praventiv-Justiz — mit so vielem Rechte ausschli'cßt,)
rechnen kann, ist unfaßlich. Eben so muß der vierte Titel des
dritten Buches von der Sorge für die Sicherung de?
Eigenthumö, 0. 625—665., als zur Praventiv-Justiz und
somit nicht hieher gehörig, bezeichnet werden; jedoch selbst zu
dieser gehört der Gegenstand nicht in dem Umfange, in wcl-
chcm ihn der Vers, giebt, indem er sogar das Pfandrecht
Krit. Zeitschr. I. 2. ft

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