Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

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/ Schröter, Obs. jur. civ.
auf das gemeinsame Recuperatorcnverfahren angewandt werden
mochte. Selbst die Worte bei Barrv (de 1. 1, IV. z6.), daß
die Partheien Geldsummen sä pontem hätten dcpdniren müs-
sen, mochte Res. nicht mit dem Vers, „apud pomiLces" ver-
,wandeln, da hieraus vielmehr allein der Name pontifex,er.
klärt werden möchte; so daß die pontiiioes darnach die ursprüng-
lichen judices und arbitri in Nom gewesen wären, die in wich»
tigern Fällen daSUrtheil fanden, und dagegen das vom Besieg-
ten gezahlte zum Besten des CultuS verwandten. Dahin spricht
unter andern auch, daß nachP esus, (>. Ordo sacerdotum) der
.Pontifex maximus so genannt wurde. ,,quod judex atque ar-
biter babetur rerum divinarum bumanarumque. . . Was
bie poenae publicae betrifft, so nimmt der Vers, an, daß die
frühem auf die Patricier gehenden Strafen jetzt auch auf die
Plebejer bezogen, und die früher auf dem Willen der magis-
tratus ruhenden Strafen gegen letztere jetzt großen Thcils ge.
schlich bestimmt wurden. Was dagegen die zahlreichen pocnae
privatae der XII' T. betrifft, so glaubt der Verf., daß vor dem
.XIIT. überall das jus talionis und der eignen aestimatio galt,
durch diese aber jenes auf Einen Fall beschränkt ward, und
gesetzliche Taxen den früheren Druck der ausschließlich patrici-
schen judices aufhoben. Allein die vom Verf. selbst angeführ»
te Stelle des Dio nhö (IV, 25.) nach der Servius für die Pri-
vatdelicte besondere Richter bestellte, und durch geschriebene Ge-
setze Grenzen und Normen bestimmte, nöthigt den Ref. zu der
Annahme, daß vor allen die zwischen Patriciern und Plebejern
Vorfallende Gewaltthätigkeiten und Widerrechtlichkciten vor das
gemeinsame Rccupcratorengericht gehörten, und daß, wenn
gleich in wichtigem Fallen das Recht der Fehde oder der Selbst-
hülfe, das jus talionis, anerkannt war, dieses doch thcils nicht
überall statt fand, theiis an gewisse Normen gebunden, und wohl
auch durch die Pflicht beschränkt war, die dargebotnc und nö-
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