Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Fischhal> er, Namrrccht.

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„lich von dem Daseyn fester, sowohl bei dem Regenten als
„den Negierten lebendiger moralischer und religiöser Prinzipien
„abzuhängen."
Ree. konnte sich nicht enthalten die Hauptideen beS Verf.
in dieser Steile, die gewiß voll politischer Weisheit ist, seinen
Lesern wörtlich mitzulheitcn; er glaubt aber auch, um dieGren,
zen seiner Beurtheilung nicht zu überschreiten, hier mit der nä-
heren Prüfung des Einzelnen abbrechen zu müssen. Doch kann
er von den Bemerkungen, die er noch mitzutheilen hatte, eine
der erheblichsten nicht ganz übergehen, die über den in dem hy-
pothetischen natürlichen Staatsrcchte (S. 129.) aus-
gestellten Begriff der Monarchie und Aristokratie, der
freilich auf diese Weise seit Aristoteles fast allenthalben ge-
bräuchlich ist. Rec. erlaubt sich in dieser Beziehung an den
Verf. nur die Frage: ob nach seiner Destnition („Mon. ist die
„Staatsform, in der Eine physische Person im Besitze der Staats,
„gewalt ist") der Präsident von Nordamerika nicht ein Mo-
narch ist? — „Aber Dieser," wird vielleicht erwidert, „thcilt
„die Staatsgewalt mit dem Senat, mit der Nepräsentanten-
„kammer." Allein ist dasselbe nicht auch der Fall in manchen der s.g.
konstitutionellen Monarchien? ist der Kaiser von Brasilien z.B.,
dem die gesetzgebende Gewalt ganz fehlt, nicht Monarch? —
Das charakteristische Merkmal der Monarchie kann offenbar nicht
blos in dem Umstande, daß Einer die höchste Gewalt in Hän-
den hat, siegen, sondern darin, daß dieser Inhaber der höch-
sten Gewalt auch zugleich dem Volke nicht, verantwortlich
ist. Der Präsident von Nordamerika kann wegen seiner Hand-
lungen als Staatschef vor Gericht gezogen werden, der Kaiser
von Brasilien ist unverantwortlich; Jener ist deßhalb nur hoch,
ster Beamter einer Demokratie, Dieser, so beschrankt auch seine
Gewalt seyn mag, ist Monarch. Dasselbe Merknial nun un»

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