Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

io Rechtsphilosophie.
Handeln steht unter dem Sittengesetze, cS kann nicht bloß ein
Theil der Moral höchstes Gesetz — und ein solches will auch
der Vers, in seinem NN. finden (S. i4.) — für jene Hand-
lungen seyn.
Wir erhalten aber endlich auch, und dieß ist noch ein wci»
terer Einwurf, der das Resultat dieser Deduktion betrifft, ein
Recht von einem blos negativen Charakter. Wenn schon das
höchste-Rechtsgesetz der Form nach positiv gefaßt ist, so heißt
etz doch nur „Verletze Niemand." Jeder erführe demnach, was
er zu unterlassen, nicht aber was er zu thun hatte; es gäbe
namentlich hier kein Gebot des Rechtsschutzes, es wäre nur Je-
dem erlaubt, dem, der von einem Mörder angegriffen wird»
beizustehen, rechtlich verbunden dazu wäre er nicht. Und doch
widerstreitet dieß jedem nur einigermaßen geläuterten RechtSge-
fühl, streitet schon zögen den Begriff einer Vereinigung von
Menschen (deren Zweck nichts anderes seyn kann, als sich bci-
zustehen, und ohne welche die Wirksamkeit des Rechts nicht ge-
dacht werden kann), ist so inhuman, daß schon hieraus die
Unrichtigkeit jener Theorie folgen müßte. , . ^
Nach diesen Zweifeln gegen das Prinzip des Verf. wen-
det sich indeß Nef. zu dem Einzelnen, wobei er jedoch seine
Bemerkungen auf solche Satze', die aus dem einmal angenom-
menen Prinzip konsequent folgen, natürlich nicht ausdehnen
wird. — Was zuerst die Oekonomie des Ganzen betrifft, so ist
das ganze Buch in 8 Hauptstücke getheilt, von denen einige
wieder in Untcrabtheilungen zerfallen; eine Einleitung, welche
die gewöhnlichen Vorbegriffe entwickelt, geht voran, und in ei,
uem Anhang wird die Geschichte der Wissenschaft dargestellt.
Das erste Hauptstück handelt von dem Grundsätze des NR.
wovon bereits die Rede war. Das zweite Hauptstück glebt
das absolute natürliche Privatrecht, das zur Aufgabe
hat, die Urrechte d. h. „diejenigen, welche aus der Idee des

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