Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

iä4 Mimisches Rech't.
deminutione plectantur et desinant eives esse Romam.
Deportation oder auch die bloße, im neuern Rechte schwerlich
ganz verschwundene, aczuao et ignis interdictio ist hier wohl
gewiß nicht gemeint, da diese außer allem Verhältnisse mit der
Geld«Strafe stehen, würde: aber kommt der einfache Verlust
des Bürger-Rechts, ohne allen weitern Rachtheil, sonst noch
irgendwo als Strafe vor?
Die Entstehung der merkwürdigen, bis auf Savignp (Ab-
handl. d. Berliner Akad. 1825) von unfern Juristen wenig be-
achteten Mittelart zwischen Freiheit und Sklaverei im neuern
Rom, des Colonats, ist nun endlich in einem einzelnen Bei»
spiele klar nachgcwiesen V, 4 cl. bonis militum l.2: eineganze
barbarische Völkerschaft, welche in Kriegs-Gefangenschaft ge-
rath, wird zum Colonat an Diejenigen verthcilt, welche Colo-
nen bedürfen; und es ist, wie Wenck will, sehr wahrscheinlich,
daß ähnlicher Ursprung dieses Verhältnisses auch vormals oft
vorgekommen ist. Wenn so ein Siamm von Colonen vorhan-
den war, konnten sich daran leicht zu Vermehrung und Fort-
pflanzung der Einrichtung die Ncbenarten anschließen, welche
langst bekannt sind (Vertrag, Verjährung, Geburt), die aber
für sich allein das Ganze zu gründen nicht vermogten. Zn
der Haupt-Entstehung/die wir jetzt kennen lernen, scheint nun
allerdings einige Aehnlichkeit mit denen, welche sich auf Gnade
und Ungnade ergeben mußten (dedititii), zu liegen; und so
könnten immer die dedititii einer Mittlern Zeit, welche den nie-
dersten Grad der Freiheit einnahmen, das Muster abgebend
für die Lage der in den neuern Zeiten häufiger Berührung
mit den Barbaren, öfter wieder vorkommenden besiegten Völ-
kerschaften, einen Uebergangs-Punct abgegeben haben für diese
neuere Zwischen-Art zwischen Freien und Sclaven. Die ahn,
lichen Behauptungen Golhofreds, denen bisher freilich'alle spe«
ciellere geschichtliche Begründung fehlte, mögten diese durch

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