Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

154 Römisches Recht. /
viribus, sacra generalitate subnixas I. 6. edictales, genera-
lesque constitutiones); so daß sich aus dem vorherrschend
allgemeinen Inhalte des Codex nicht schliessen laßt auf Abnahme
des Gebrauchs Decrete und Rescripte zu erlassen. Dennoch
etwa vorkommende spccielle Verordnungen (Gothofred. prole,
gom. c. 2) sind demnach als Planwidrig aifgcnommen zu be-
trachten. Ob aber überall Rescripte oder Decrete als achter
Inhalt des Cod. Theod. übrig bleiben, fragt sich. Die Rach-
Constantmischen Rescripte wenigstens, welche in der Consultatio,
als dem Cod, Hermog. angehörig citirt, von Cujacius aber
und den meisten spätem Herausgebern (die Berliner ausge-
nommen) in.den Cod. Theod. (II, 9 d. pactis und IV, 11
ad S. C. Claud.) ausgenommen wurden, gehöre^ demselben,
wie die Turiner-Blatter beweisen, nicht. Auch ändern dürfen
die Sammler (I, t d. cönst.) l. 6 jj. 1 adiiciendi necessaria',
mutandi ambigua, emendandi incongrua): so daß die Zuver-
sicht, mit welcher man bisher, ja noch seit dem Bekanntwerden
von Clsffius Funde, den Inhalt des Codex glaubte als achtes
altes Recht hetrachteq zu dürfen, nicht mehr darauf gestützt
werden, darf, daß den Sammlern keine Acnderungen gestattet
gewesen, sondern nur auf die Vermuthung,. daß in jener schwa-
chen Zeit nicht viel geändert sein möge. — Ueber die Art. .wie
die Sammler arbeiten sollten, erfahren wir nichts: denn Pey-
rons Meinung, haß communi studio vitae ratione (l. 5) eine
bestimmte Einrichtung an gewißen Tagen und Stunden zusam-
men zu kommen bedeute, ist, wie schon Craffier bemerkt, wol
nicht die rechte Auslegung jener Worte.
Ueber den Inhalt des Cod. Theod. läßt sich nun folgen-
des Genauere sagen. Das erste Buch, aus welchem bisher 12
Titel bekannt waren, enthielt deren wenigstens 21, wahrschein-
lich aber noch mehr. Die nach tit. 5 in der Westgothischen
Bearbeitung ausgelaffnen, von Closs. aufgefundnen 9 sind nehm-

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