Full text: Volume (Bd. 1 (1826))

Weiler, Verw. u. Justiz. 10Z
ganz neu, (z. B. von Dresch in seinem Naturrecht S. rZZ.
gibt sie im Wesentlichen auf dieselbe Weise) aber gewiß richti-
ger und der Freiheit zuträglicher.
Doch wir kehren zu unsrem Verfasser zurück, der {$. ti.)
die Merkmale, welche das Privatrecht von dem öffentli«
chen Rechte unterscheiden, naher festzustellen sucht. „Das
Privatrechl" sagt er, „begreift solche Verhältnisse und Hand-
lungen in sich, an welche das Gesetz bestinimte Rechtswirkun,
,,gen bloS zwischen einzelnen-Rechtssubjekten knüpft.
„DaS öffentliche Recht begreift solche Verhältnisse und
„Handlungen, mit welchen das Gesetz bestimmte Rechtswirkun»
„gen zwischen einzelnen Rechtssubjekten und dem
„Staat verbindet. Das unterscheidende Merkmal des dffcnt,
„lichen Rechts siegt also darinn, daß im Gesetze seine Wirkun,
„gen in Beziehung auf den Staat festgestcllt werden,
„da hingegen die Wirkungen des Privatrcchts ohne diese
„Beziehung bestehen/' Wse dieses „unterscheidende Merk-
„mal" aber nicht als hinreichend betrachtet werden könne, ist
schon von Anderen nachgewicscn Vüo.öm. „Fast bei sedem
„teutschen Privatrechtsvcrhqltniffe" sagt M i t t e r m a i e r (in
der Abhandl. im civ. Arch. Bd. 4. S. 323.) „läßt sich ein
„busammenhang mit einem staatsrechtlichen Verhältnisse Nach-
weisen^, pnd namentlich bei allen auf Sachen bezogenen Rech-
„ten laßt sich ebensowohl ein administrativer als rein juristischer
„Gesichtspunkt auffinden. Das Dascyn solcher staatsrechtlichen
„Elemente oder Veranlassungen, oder das Einwirken von Der-
„waltungsrücksichten ändert aber nicht die Natur des Privat»
„rechts." In ein er Hinsicht ist sogar wirklich bei der Entscheidung
jeder privatrechtlichen Sache eine staatsrechtliche Beziehung,
nämlich in Betreff der Prüfung über die Frage von der Gül»
tigkcit des Gesetzes, das angewandt werden soll. Diese kann
in der Regel nur nach staatsrechtlichen Momenten, darnach, ob

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