Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

84 Römisches Recht.
dingte Verbindlichkeit entstandene, pratorische Pfandrecht zu prü-
fen. Ein solches pratorisches Pfandrecht kann Key Legaten und
Fideicommiffen vorhanden scyn, aber eS kann auch bet) der mis-
sio rei servandae causa zum Dasehn gelangen, weil nach der
richtigen Meinung, der der Verf. ebenfalls beptritt, nach Um-
standen auch wegen einer bedingten obligatio eine missio in
bona Staat finden mag. Dennoch rechnet man das Pfandrecht
ohne wellrre Rücksicht sogleich von der Ergreifung des Besitzes
an. Der Verf. erklärt sich die Sache auf die Weife. Die Mis-
sio trete allenthalben wegen mangelnder Caution ein. Die Pflicht-
zur Caution fcp eine gegenwärtige; daher werde durch die Mis-
sio kein Pfandrecht für eine künftige, sondern für eine gegen-
wärtige Verbindlichkeit gegeben (S. 151 — 152.). Dem Ref.
wird es schwer, in diese Gedanken einzugehen. Die Pflicht zur
Caution an sich ist leer ohne Beziehung auf das, was durch
die Caution gesichert werden soll. Erscheint nun die zu sichern-
de Verbindlichkeit als bedingt, so ist die Cautjpn selbst auch be-
dingt (I. I. $. 14. D. ut legat. 36. 3.). Verweigert Jemand
die Caution, so tritt an ihre Stelle die missio mit dem Pfand-
recht. Durch dieses Pfandrecht wird nicht die Pflicht zur Cau-
tion, sondern das gesichert, was durch die Caution gesichert wer-
den sollte. Wie mithin die Cagtion 'selbst durch das Bedingte
deS Versicherten bedingt wird, ebenso wird es auch das Pfand-
recht. Ref. glaubt daher, der Anfang des Pfandrechts mit der
Besitz-Ergreifung-müsse einen andern Grund haben. Bep der
missio damni infecti nomine, welche der Verf. ganz über-
ging, fängt das Pfandrecht deßhalb sogleich an, weil ja selbst
der Gläubiger, welcher Vorgehen möchte, zur Sicherheitsleistung
verbunden ist, und der Jmmitlirte den Pfandrechten überhaupt
Vorgeht (l. II. 12. D. de damno inf. 39. 2.). Hei ser-
vandae causa wird aber die Immissio vernünftiger Weise nur
dann sich ereignen, wenn die Bedingung der Verbindlichkeit und

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