Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Mayer, Hennings, Hepp u. f. w. über Pfandrecht. 81
Forderung nicht fortwährend auf jeder einzelnen Sache, und
jedem einzelnen Theil lastete; man müßte denn annehmen, Ju-
siinian habe den Grundsatz der Untheilbarkeit hier zerstören wol-
len. ES ergiebt sich aber hieraus ferner der innigste Zusam-
menhang dieses Pfandrechts mit der frühern Missio. Warum
haftet bas Pfandrecht nicht an allen Erbschaftssachen, warum
nicht auch zur größern Sicherheit an den Sachen des Erben?
Darum weil weder die Satisdatio früher über die rata pars
hinausging (I. 1. §. 19. 1. 17. D. 36. 3.), noch die Missio
weiter als der Erbtheil (1. 5. H. 11. P. 36. 40, noch über-
haupt in den eigenen Gütern des Erben eine Missio wegen ver-
weigerter Sicherheit (I. Io. P. eod.), sondern nur wegen ver-
zögerter Zahlung (I- 5. §. 16—19. P. eod.) Statt fand (ge-
gen v. Löhr im Arch. für die civ. Prax. Bd. V. S. 5l8.).
So überzeugt man sich, daß Justinian sein Pfandrecht genau
an die frühere Missio anschloß. Wie sollte eö nun kommen,
daß wir weiter und ohne alle Berechtigung über seine Absicht
hinausgehen dürften? Hieraus zeigt es sich am Leichtesten, daß
dieses Pfandrecht auch für Universalfideicommiffe gelte, gerade
weil auch für sie Satisdatio nothwendig war, also auch für sie
eine Missio Platz greifen konnte (1. 50. P. 31, I. 14. pr.
P. 36. 3, 1.4. C. 6. 54.).
5m 0. 14. werden die unbedingten conventionellen
Pfandrechte und ihr Anfang besprochen. Gegenstand des
$. 15. sind Pfandbestellungen für künftige Verbindlichkei-
ten. Bep dieser Gelegenheit handelt der Verf. auch über
I. 1. P. 20. 4., welche er im Ganzen wohl richtig erklärt,
indem er annimmt, das Pfandrecht gelte darum von der Promis-
sio» an, weil die Verpflichtung zur Restitution eine gegenwärtige
scy. Indessen zeigt sich hier der Einfluß des schon oben ge-
rügten Mangels einer scharfen Bestimmung. Der Verf. nimmt
nämlich an, die Pflicht zur Restitution sey gegenwärtig, weil
Krit, Zeitschr. II. 1. 6

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