Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Mayer, Hennings, Hepp u. st w. über Pfandrecht. 75
schweigenden Pfandrechte an den invecta u»ö illata eines Mieth-
manns auf eine Weise spricht, welche dasselbe als ein schon lan-
ger gangbares bezeichnet (1. 4- D. 20.-3. Eo jure'utimur),
sondern auch, dass dasselbe bereits von Nerva (1. 9. v. eod.)
gekannt war, daß Nerva in das Labeonische Zeitalter hinein-
reicht, , daß mithin dieses Pfandrecht nach dem Gang der frü-
her» Rechtßbildung mindestens- schon in daö Labeonische Zeital-
ter, .und daß folglich dag ältere pignus tacitum an den.fructus
noch weiter hinauf gefetzt werden mnß. Weit jünger denn beh-
de.erschcint das Pfandrecht, welches tacite' denen verliehen ward,
die zur Wiederherstellung eines Gebäudes Geld angeliehen ha-
ben. Ohne Zweifel hat dieses Pfandrecht dem unter Mark Au-
rel gemachten 8ctum seinen Ursprung zu danken) da Papmiay
die Ausdehnung auf das Anlehen an den redemptor alä eine
Interpretation des Letum gibt (1. 1. D. 20. 2.), was wohl
gewiß nicht der Fall gewesen wäre, wenn dieses Pfandrecht,
durch Gewohnheit und die Rechtsgelehrten ausgebildet, also
auch in seinen natürlichen Verzweigungen ausgebildet, von denk
Lcwrn eine bloße Bestätigung erlang! haben würde; da ferner
Marc Aurel auch sonst bei) den Vorzügen solcher Darleiher.an-
geführt (1. 53. §. 10. D. pro socio. 1. 24. §. 1. D. de reb.
auct. jud. possid.), und es deßhalb wahrscheinlich wird, daß
man ihm eine vollständigere Anordnung über diese Sache ver-
dankt; da endlich der Grund mehr ein polizeylicher zu sepn
scheint, welcher in einem Imperator weit eher, als in den Sit-
ten des Volkes entstehen mochte. An diesen Andeutungen möge
es hier zum Beweise genügen, daß ein Versuch, dem Alter der
stillschweigenden Pfandrechte geschichtlich nachzugchen, immer
noch der Mühe werth genannt werden dürfe, und daß man Un-
recht habe, einen PÜnkt in der Wissenschaft so leichthin aufzugeben;
Im ss. 5. beginnt der Vcrf. die .'allgem. gesetzlichen
Pfandrechte mit denen des Fiscus, und läßt dann im §. 6. mit

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