Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

68 Römisches Recht.
wurf rechtfertigt, daß „er als emfiger- jugendlicher-Doctorande
in der Vorzeit stehen geblieben und nicht mit den Fortschritten
eines fast achtzigjährige« Richters in dem Geiste der Zeit vor»
gerückt" fep, und „das Alte aus dem sechsten Jahrhundert ein-
zig zu beherzigen" strebte. In der That wird übrigens Nie-
mand dem Vers. einen Vorwurf machen, daß er sich an die im
sechsten Jahrhundert gesammelten Quellen des röm. Rechts Hal-
len zu müssen glaubte; ob gleich nicht Jedermann darein stim-
men wird, daß „Autoritäten der Rechtslehrer die Einsicht stö-
ren und die Ideen verwirren würden." Auch hat der Derf.
selbst kein Bedenken getragen, „achtungswürdige Zeugen (z.B.
Böhmer, Hellfeld, Thibaut, Schwcppe, u. a. m.) zur
Bekräftigung des richtigen Verständnisses" hie und da anzufüh,
ren. — Eine geordnete Abhandlung darf man indessen in dem
Werke nicht suchen. Der Verf. hat vielmehr seine Meinungen
in einzelnen, abgerissenen Sätzen gegeben; so daß das Ganze
beynahe wie eine Sammlung von Aphorismen erscheint. Auch
bittet der Derf. selbst um Nachsicht, „wenn nicht Alles soritisch
und synkretistisch gerichtet scpn sollte." Die erbetene Nachsicht
würde Ref. wenigstens gerne gewahren, wenn in Wahrheit sich
zeigen sollte, daß (S. 7.) „in dem Strudel der Ideen die
Methode untergegangen" ist. — Die Schreibart des Verf. dürf-
te aus angeführten und noch anzuführenden Stellen am Besten
von selbst hervorleuchten. — Ref. will nun nicht alle einzelnen
Bemerkungen des Verf. wiederholen, sondern nur etliche dersel-
ben, welche geeignet sepn möchten, eine Entscheidung über das
Werk zu begründen.
Der Derf. beginnt mit rcchtShistorischen Betrachtungen.
„Ursprünglich," sogt er (§. 5.), „kannten die Römer nur eine
Art Faustpfänder, pignora, die dem Gläubiger unter der Be-
dingung übergeben wurden, daß sie nach der Bezahlung zurück-
geliefert wurden» Dieß nannte man pactam fiduciae," Die-

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