Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

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Strafrecht.

Ueberschrrften der §§ berechtigt eben so sehr zu der Erwar-
tung, daß bei der Ausfüllung derselben im Vortrage auch
dem historischen Princip sein Recht wiederfahren werde, als
man wohl umgekehrt aus der ausgesprochenen practischen Ten-
denz, und dem Nichtberühren der andern Ansicht auf eine Be.
fchränkung im Plane schließen könnte. Jenes aber anzunehmen
nöthigt die angedeutete Darstellung selbst, welche nicht nur dem
Geschichtlichen einzelne §§ ausschließlich in der Einleitung wid-
met, sondern auch in den Noten dasselbe berücksichtigt, wobei
sich, da die Ausführung eben so, wie die Aufstellung des Prin-
cipS fehlt, aus dem Buche selbst nicht weiter ersehen laßt, ob
und in wie fern eine wirklich philosophisch historische Methode,
oder ein mehr äußerliches Aufstellen der geschichtlichen Notizen
yon hem Verfasser für daß Richtigere gehalten und darnach ge-
handelt werde. Sicherer läßt seine gründliche Einleitung in die
Dogmengeschichte der einzelnen Lehren, besonders im beson-
. dem Theil (wie wir mit Recht seine Noten charakterisiren kön-
nen) uns auf dessen geschichtlichen Sinn schließen; auch hat der
Verfasser von den wenigen historischen Arbeiten auf dem Ge-
biete des Crimmal-Rechts, auch von den Versuchen des Unter-
zeichneten, solche Notiz genommen, und ihr Princip gebilligt,
daß man ihn gern als einen Gleichgesinnten in der wissen-
schaftlichen Grundansicht begrüßt, zumal da es hier nicht auf
irgend eine Partheifache, sondern auf eine Umfassung und Ver-
bindung der wesentlichen Seiten der ganzen Rechtswissenschaft
ankommt, welche man gerade im Criminat-Recht am wenig,
sten hat zugestehen wollen, die aber gewiß noch als richtig an-
erkannt werden wird.
Was aber noch mehr als Bestätigung gelten kann und zu-
gleich ein Beispiel der zweckmäßigen Behandlung, auch für das
geltende Recht, gicbl, ist die Darstellung der s. g. Straf-
rechtS-Theorien, indem hier nicht, wie sonst wohl, irgend

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