Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

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Strafrecht. . . ..
Strafe ansehen, He denn,auch, der Unterzeichnete seine An-
sicht schon ausgesprochen hat, daß hier wesentlich nur die Ge»
sichtspülikte,'aus welchen dieselbe Handlung betrachtet wer-
den kann,' aber nicht die Sache selbst verschieden sep. Der
Begriff, Thatbestand, und das Verbrechen mit seinen,
den gesetzlichen Erfordernissen entsprechenden Cigenthümlichkei-
ten, folglich den Voraussetzungen der Strafe, sind
eins und dasselbe. Dann wäre es ja auch möglich, daß
man in der Angabe der Merkmale des Thatbestandes nach dem
Gesetze sich irrte, und demnach auch der Begriff unrichtig gefaßt
würde.
Endlich die größere Vollständigkeit zeigt sich be-
sonder- in der Lehre der öffentlichen Verbrechen, nicht nur
der öffentlich angestellten Personen, deren Amtsverbre-
chen paffend hieher gestellt sind, sondern auch bei den Verge-
hen gegen einzelne Staatsgewalten. Diese Vollständigkeit ist
nehmlich auch deshalb gebührend hervorzuheben, weil sie nicht
auf der willkührlichen Bildung neuer Arten von strafbaren Hand,
kungen nach Rücksichten der Gesetzgebungs-Politik beruht, wie
z. B. Tittniann in seinem Handbuch, und nun auch Henke
zuweilen Ausdehnungen machen, die wenigstens durch das ge»
meine Recht nicht gerechtfertigt werden; sondern was Martin
giebt, belegt er gehörig aus Quellen, um so mehr, als er nach
feiner Theorie keine verbrecherische und strafbare Handlungen
ohne eine vorhergehende Strafdrohung annimmU .
Eine mehr äußere Eigenthümlichkcit ist endlich, daß, wah,
rend bei andern Büchern erst in spätern Auflagen, und den
Dorreden zu denselben, Rechtfertigungen und Verthei»
thridigungen gegen Einwürse Vorkommen können, hier
schon in der (5 Jahre später als der allgemeine Theil, zu-
gleich mit dem bcsondern Theile erschienenen) Vorrede dieje«
nigen, welche an der Nichtigkeit der Methode, Anordnung,

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