Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

466 Strafrecht.
als die mit dem lebendigen Recht verwandte Sprache, der Aus»
druck der volksmaßigen Ansichten über strafwürdige Handlungen
ist,) äls aus den gemeinschaftlichen Quellen hingestcllt, aus den.
selben dann wieder als Merkmal des ThatbestandeS hcrausgc-
Nommcn wurde, was man beliebig hineingelegt hatte, und na»
mcntlich die Strafbestimmungen, oft mit nicht vollständiger Be-
rücksichtigung, besonders des Römischen und Canonischen Rechts
angab, wovon als Beispiel nur erinnert werden soll, wie der,
Vers, selbst in den neusten Ausgabe, die Grundsätze aller frü«
Hern, und mit Recht abandert, nach Gesetzen, die nie unzu-
gänglich waren, und also auch längst hätten benutzt werden
können, wenn man nicht überhaupt den Sinn für quellenmaßi-
ge Behandlung zu sehr dem angeblich philophischen aufgcvpfert
hatte. Dir hiedurch bewirkten Nachlheile bestehen unter andern
in einer Unsicherheit, wodurch die Philosophie selbst verdächtig
.gemacht, und gleich bei dem großen Einfluß des historischen
PrincipS, wie es zu geschehen Pflegt, die Gefahr entstand, von
Einigen daö entgegengesetzte Extrem befolgt zu sehen. — Hier-
.ott und über das bisher Gesagte erlaubt sich der Res. auf sei-
ne bereits angeführte Abhandlung, und auf die Noten in
seinem System zu verweisen. ‘
Je mehr nun aber bei so verschiedenen Richtungen, so fern
sie nicht Verirrungen, sondern zeitgemäße nvthwendige Erschei-
nungen sind, eine Vermittlung und ein Fortschreiten auf dem
rechten Mittelwege gefordert werden muß, und fe sicherer man
sich überzeugt halten konnte, daß keine bedeutende Erscheinung
in der Wissenschaft, besonders wenn sie auf deren ganzes We-
sen ihren Einfluß äußert, a» einem solchen Manne unbemerkt
vorüber gehen kann, desto mehr war man berechtigt zu erwar.
ten, daß auch dieser der Zeit ihr Recht wiederfahren lassen, und
daß dieses seinem Lehrbuch, bei der neuen lange von ihm'und
Andern gewünschten,Bearbeitung zu Gute kommen werde. Neue

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