Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

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llebers. üb. die neuern Systeme.
Was daher jenes Werk so rühmlichst auszeichnet, und ihm so
allgemeinen Eingang verschaffte, ist der durchgehende phi-
losophische Scharfsinn, die Consequenz der Behand-
lung, die Bestimmtheit der Begriffe, die Würde der
Sprache und die praktische Tendenz des Ganzen,
nicht minder' als der meist richtige juristisch, politische
Takt, mit welchem besonders die Bestimmungen der C.C.C.j
weniger gut, aus den angeführten Gründen die des Römischen
Rechts aufgeführt und dargestellt sind.
Dennoch scheint es nicht zu verkennen, daß die Philosophie
weniger nach ihrer allgemeinen wahren Seite, als vielmehr nur
mehr formell hier ihren Einfluß äußert. Die Theorie des psy-
chologischen Zwangs ist von so vielen Seilen mit mehr
oder minder günstigem Erfolge angegriffen worden, daß hier
eine neue Kritik unnöthig ist. Jedoch für unfern Zweck ist zu
erinnern, daß thcile an die Stelle einer philosophischen
Begründung des Strafrechts d. h. einer solchen, welche das-
selbe als eine nvthwendige Forderung der Vernunft, Sitte und
Gerechtigkeit beweiset, vielmehr nur eine äußerliche poli-
tische der Zweckmäßigkeit trat, indem die Art, wie der
Verfasser dieselbe als rechtmäßig darstellcn will, nicht für
haltbar angesehen werden kann. Auch ist überhaupt eine Ge-
rechtigkeit im höhcrn als dem gewöhnlichen Sinne, nicht
rin bloßes Recht nachzuweisen. Ferner ist die psychologische
Grundlage dieser Theorie eine doppelt unrichtige, lheijs durch
die Annahme, daß alle Verbrechen in der Sinnlichkeit ih-
ren Grund haben, theils durch die Behauptung, welche jeder
Straffall widerlegt, daß nchmlich derjenige, der ein Verbrechen
begehen wollte, die hier vorausgesetzte Berechnung zwischen Gut
und Uebel anstellen, folglich sich abhalten lassen werde, waS
allemal bei wirklich begangenen Verbrechen nicht der Fall war,
auf cülpvse Verletzungen ohnehin nicht geht. Wendet man ein.

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