Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

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WürttMbergischkS Recht.
Nachlaß und das künftige Maaß der Ainse waren so getheilt,
daß schon die Deputation eine ähnliche Bestimmung in ihr Pro-
ject aufnahm, wie wir sie jetzt im §. t7i. lesen. Bei der wei-
teren Verhandlung kamen noch verschiedene Vorschläge zu Spra-
che. Viele hielten es aber zuletzt für das Beste, auch den Ver-
ordnungen einzelner Rcichsstände Etwas anheim zu geben, und
sie nicht allzusehr in ihren eigenen Territorien durch das Reichs-
gesetz zu binden. Diese Ansicht drang durch (Meiern, 1. c.).
Sie zeigt zur Genüge, was der §. r7i. sagen wollte. Er will
sagen: eS sollen den Standen nicht benommen sepn, in ihren
Territorien nach Lage und Bedürfniß besondere Anordnungen
zu treffen. Jedoch möchten sie sich wo möglich nach den Be»
stimmungen des R. A. conformircn. Daher die Worte: „es
solle ebenmäßig nachgelebt werden," welche nach der Mep-
nung des Dcrf. keine ungezwungene Erklärung zulaffen. Da
nun in Würtcmberg keine besondere Verordnung erlassen wurde,
so versteht es sich von selbst, daß gerade deßhalb das Reichs»
gesctz hier in volle Kraft eintrat. — Bemerkungen hätte Res.
folgende zu machen: i) scheint eS unpassend, wenn man, was
auch der Vers, thut, sagt: das R.R. fcp in der Lehre von den
Zinsen durch das teutsche und canonische Recht abgeschafft
worden. (S. 229.) Die Sache verhält sich vielmehr umgekehrt.
Das R. R. fand lange mit seinen Zinöbestimmungen keinen Ein-
gang, weil das altere teutsche Recht allen Zinsen überhaupt ivi-
berstrebte. Erst nach und nach durch Gewohnheit drang das
R. R. auch hierin durch; so daß das R. R. eigentlich abrvgi»
rend auf das altere teutsche wirkte, und das neuere Recht dar»
stellt. Eben deßhalb muß cs aber auch als das neuere in der
ganzen Ausdehnung seiner recipirten, d. h. seiner in gloffirten
Stellen enthaltenen Bestimmungen kräftig seyn. Wie sehr das
ältere teutsche Recht durch das römische verdrängt wurde, da-
für liefert namentlich der I. R. A. einen auffallenden Beleg.

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