Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

444 Würtembergische§ Recht.
ten Deweksverlustes nicht an die Ation geknüpft. Doch diese
Ueberzeugung hier auszusühren, fehlt es dem Ref. an Platz.—
Von iir. XL hätte Ref. gewünscht, daß ihnen in den Jahr-
büchern leine Stelle - eingeräumt worden wäre. — Nr. XII.
„Ueber den Umfang der richterlichen Gewalt mit besonderer Be-
ziehung auf Würtemberg." Nef. nimmt keinen Anstand, diese
Abhandlung sowohl ihrem Inhalte als ihrer Form nach für die
gelungenste von denen zu erklären, welche er hier zu beurthek-
len unternommen hat. Die Ansicht des Verf. geht zuletzt dahin,
daß der Richter weder mit dem Erlassen von Gesetzen und Ver-
ordnungen, noch auch mit ihrer Vollziehung — als.wäre er
eine verwaltende Behörde — zu thun habe, daß er aber allen-
thalben eintreten sollte, wo Jemand bei der Anwendung irgend
eines Gesetzes oder einer Verordnung um sein Privatrecht bk-
theiligt ist, und sich verletzt glaubt; mag ihm nun blos eine
Privatperson oder auch der Staat entgegen stehen, oder der
letztere sich wenigstens in den einzelnen Zweigen seiner Vollzie-
hungs-Gewalt für betheiligt halten. Genau genommen laßt
sich diese Ansicht in die Wc>rte fassen, daß der Nichter überall
zugreifen könne und müsse, wo ihm eine Norm der Entschei-
dung bereits gegeben ist. Ihrer Grundlage nach hat schon Mit-
termaier einige Jahre früher (Arch, f. die civ. P. Bd. "4*
S. Zi 1 — 320,, Z28 — ZZ2., S. 354 ff.,) diese Ansicht ver-
teidigt; ob er sie gleich nicht mit derselben Schärfe rznd Folge-
richtigkeit, wie der Vers. vorliegender Abhandlung, entwickelte
und durchfühtte. Was insbesondere Würtemberg betrifft, so
kann Ref. nicht umhin, der Erklärung des Art. yZ. der Ver-
fassung vollen Beyfall zu schenken, und er mnß es nur be-
dauern, daß Gesetze und Herkommen damit nicht in Einklang
stehen, und jener Artikel sogar bei neuern Gesetzen' unbeachtet
hlieb. Ref. hatte übrigens gewünscht, daß der Verf. seinen
Gegenstand auch mehr historisch beleuchtet hatte, wodurch er

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer