Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1827))

Aphorismen über bürg. Gesetzgeb. u. Rechtspfl. gr
die Jurisprudenz ist, schwerlich wohl zu etwas führen
möchte.
Aus dieser sonderbaren Form folgte nun von selbst, baß
auch der Inhalt des Buches höchst bunt und gemischt wer-
den mußte; denn wer auf 574 Seiten 254 Nummern abgeson-
derter Gegenstände behandeln will, der wird überallher Stoff
zusammensucheg müssen, wenn man nicht von ihm sagen soll,
er wiederhole sich zu oft. Freilich können wir den Vers,
auch von diesem letzter» Vorwurf nicht ganz freisprechen, indem
eine Menge Nummern ganz Gleiches enthalten. (Dgl. no. 1.
mit no. 7. 9. 16. 29. 182.; sodann no. 52. mit no. 55.
u. s. f.). Auch widersprechen sich oft die aphoristischen Sa-
tze geradezu; und was der Vers, (in no. 52.) an den tcutschen
Gerichten tadelt, daß sie oft in denselben Fallen zu verschiede-
nen Malen pro und contra entschieden hatten, das laßt er
sich hier selbst zu Schulden kommen. (Dgl. die Jnvekti-
ven gegen die Philosophie in no. 2, mit den Sätzen no. 7. S.
52. no. 51. S. 66. insbesondere no. 15. wo es heißt: „Da,
wo sich die Gesetzgebung v,on den Principien der Philoscphie
entfernt, beruht Alles auf bloßen Capitulationen mit der gcsun»
den Vernunft und dem Interesse der Menschen!" —) Sollen
wir überhaupt den Inhalt des Ganzen mit wenigen Worten
treffend bezeichnen; so müssen wir der Worte des Dichters uns
bedienen: „sunt bona mixta malis.“ Alles nämlich, was
der Verf. sagt, hat einige Wahrheit, und wir stimmen seinen
meisten Sätzen in gewißerHinsicht recht gern bei. Allein lei-
der ist Alles auf unerhörte Art übertrieben, wodurch die
ausgesprochenen Meinungen ihre ursprüngliche Wahrheit vcrlo»
ren haben. Wenn nun S. VI. und XIII. des Vorworts er-
wartet wird, daß „die zahlreichen literarischen Zuckerbecker, Tün-
cher und Scheidekünstler unsrer Zeit^ dem Uebelstande, der durch
die groben und zu stark aufgetragenen Farben entstanden ist, ab.

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