Volltext: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1827))

42 Rechtsphilosophie.
„Wie eS scheint, hielt der Verfasser^gcgenwartige Aphorismen
für eine solche Gattung auflösender Pillen, und-dieses sind sie
auch in der Thal." Wir sehen schon aus diesen Worten die
satyrische Tendenz dieser Schrift, und S. 29. wiederholt
der Vers, seine zuversichtliche Meinung von dem großen Wer-
the einer solchen satirischen Behandlung der Sache, mit folgen,
den Worten: „Eine ernstliche Widerlegung der menschlichen
Thorheiten steigert nur den Widerstand derjenigen, welche da-
bei gewinnen, und verlängert dadurch ihre Dauer, wahrend
das Salz des Witzes dieselben schnell auflöst!" — Ref. möchte
doch sehr bezweifeln, ob die salzigen Pillen des Aphorismen-
schreibers dasjenige, was ihm in der bürgerlichen Verfassung
lästig ist, so schnell abführen werden. Vielmehr glaubt Ref.,
daß eine so heftige, beißende und oft wirklich grobe Satyre, wie
wir hier zum großen Theil finden, in der ernsten Wissenschaft
keineswegs an ihremPlatze ist. Männer von Geist wer-
den im besten Falle mit einem mißbilligenden Lächeln darüber
Hinsehen, die Thoren werden dadurch nicht bekehrt, am aller-
wenigsten aber kann ein solches Werk auf die legislatorische Tha-
tigkeit der Regenten auch nur einigen Einfluß zu gewinnen hof-
fen, da bei dieser schon de- Ernsten zu viel zu durchdenken, zu
prüfen, zu ermessen ist, als daß man auf satprische Seitenhie-
be, die oft zwar das Zwerchfell erschüttern, den Kopf aber nur
selten erleuchten, Rücksicht nehmen könnte. So zweifelt Ref.
keinen Augenblick, daß z. B. das meisterhafte Werk vonFeuer-
ba ch „Betrachtungen über dieOeffentlichkeit und Mündlichkeit der
Gerechtigkeitspflege"bei wcilem eher dieEinführung einer vernünfti-
gen Deffentlichkeit undMündlichkeit derGerechtigkcitspflege in irgend
einem Theile Teuschlands zur Folge haben könnte, als unsre
Aphorismen. Dieß über die Form des Buches, welche fast an
die Streckverse 'oder Gedankenspane so mancher neueren Dich-
terlinge erinnert, und die in einer Wissenschaft, wie

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