Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Vanaanten et Gheyscns de divort. et scp. Ihor. 415
unerträglich waren. Man könnte zwar einwenden: Jeder müsse
sein Hauskreuz tragen. Allein bei gewissen Dingen gehe dieß
nun einmal nicht an, nämlich t) bei Ehebruch, 2) bei schwe»
ren Mißhandlungen, 3) bei der Verurtheilung zu einer insa»
mirenden Strafe. Die dritte Sektion stellt die Nothwendig,
keit der Zulassung der Ehescheidung aus dem Gesichtspunkte
dar, daß es nach der Niederländischen Verfassung keine herr-
schende Religion gebe. Damit sep nothwendig gegeben, daß
die, denen ihre Religion Scheidung erlaube, ans diesem
Grunde nicht gehindert werden dürften. Die vierte Abth.
endlich giebt den Begriff der Scheidung von Tisch und
Bett. Nachdem der Unterschied zwischen dieser und der Ehe,
scheidung aufgestellt ist, werden die Nachtheile und Dvrtheile
der Erstcrcn aus einander gesetzt, wobei der Verf. finden will,
daß die Nachtheile überwiegend sepen. Die Gründe bestehen
jedoch hier, wie überall, fast nur in Declamationem Unter
den eigentlichen übrigens sehr nahe liegenden Gründen, die der
Derf. anführt, legt er immer ein Hauptgewicht auf die Nach,
theile für die Kinder. Dm Hauptvortheil aber, den man ge,
wöhnlich dafür geltend macht, die Erleichterung der Wieder-
vereinigung der Ehegatten, räumt er durch die Behauptung hin«
weg, eS fcy diese sehrZselten. Ueberhaupt seyen die Vortheile
der Scheidung von Tisch und Bett nur scheinbar; eine auf
diese Art fortdauernde Che sey doch nur eine Scheinehe.
Der Verf. von Nr. 2. entwaffnet gleich zum Voraus die
Kritik in seinem Vorwort: „Er könne zwar", sagt er, „die
Vorreden nicht leiden, sep aber doch genUhigt, ein paar Worte
voranzuschicken. Er habe ein Specimen unter dem Titel:
„des Representans du peuple“ geschrieber, das aber zu frei
ausgefallen. Die Fakultät habe nun seinen jugendlichen Irr«
thum dadurch gut gemacht, daß sie seinem Merkchen das iin-
pnmatur verweigert. Er ertrage diese Entscheidung mit Gleich.

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