Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Roßhirt o. Albert, vom Besitze. 352
die Interdicte, namentlich die quasipossessorifchen, (nicht sowohl
um deS Besitzes als) um des öffentlichen Interesses willen ein»
geführt ftpcn (S. 24—29.). Allein wenn man sich hierunter
etwas Klares vorstcllen will, so wird damit offenbar zu viel
bewiesen , denn das ganze pratorische Edict und alle Juris-
diction sind durch das öffentliche Interesse hervorgerufen und
geleitet worden, und es würden sonach die Interdicte in ihrem
Einführungsgrunde nichts EigenthümlicheS, was aber doch der
Berf. Nachweisen will, bchaikeU. Wid unklar übrigen» der
Vers, sich auch hier wieder geblieben, scheint daraus hervorzu-
gehn, daß er in der Streitfrage, ob für alle Pradial, Servitu-
ten mit Ausnahme der Wege» und Wasser-Gerechtigkeiten ein
interd. uti possidetis utile anzunchmen ftp oder nicht, für die
bejahende (Thibauts) Meinung zufolge seiner obigen Behaup-
tung sich entscheiden zu müssen glaubt/ obgleich man erwarten
sollte, daß diese ihn auf das Gcgentheil hatte führen müssen;
denn wenn die Interdicte nur um des öffentlichen Interesses
willen gegeben werden, so sind natürlich Falle, wo ein solches
nicht eintritt — und das ist bei den übrigen Prädialservituten
der Fall — von ihnen ausgeschlossen, während, wenn die In«
terdicte hier blos um der q. possessio willen ertheilt worden,
sind, sie auch überall statt finden müssen, wo diese elnttittt
<— §. 5. Von der Anwendung der q. possessio auf
die den Römern unbekannten deutschen Rechte. Ne-
ben d'em vielen ganz Gewöhnlichen, welches man hier findet,
wird auch die, wie ich glaube, allgemein angenommene Mei-
nung wiederholt, der Grund, weshalb die Römer die q. pos-
sessio, confessoria actio u. bergt. m. auf die eigentlichen Ser-
vituten beschränkt hätten, liege darin, baß ihnen in faciendo
bestehende Grundrechte unbekannt gewesen seyen; so wie diese
im Mittelalter aufgekommen waren, habe man auch die Servi-
tutentheorie analogisch darauf angewandt, und in dieser An-

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