Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

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Römisches Recht.

dek superfieiarius sei eine juris quasi possessio, wie der des
UsufructuarS. Diese Meinung ist aber durchaus irrig. Der
Supcrficiar besitzt keine Beziehung zum fremden Grundstück
(denn eine'solche laßt sich nicht anders denn als Servitut den-
ken), sondern er besitzt die superficies, welche etwas Körperli-
ches ist, und nur indem er sie besitzt und nach dem Willen deS
PrätorS besitzen soll, hat er, wie der Pfandgläubiger, gleich-
sam ein jus in re aliena (universate fundi). So wie also der
Unkörperlichkeit des nsufr. es nicht schadet, daß durch ihn et-
was Körperliches, die Früchte, gewonnen wird (ß. 2. J. de
reb. corpor.), so schadet es umgekehrt der Körperlichkeit der
superficies nicht, daß der Superficiar sich etwas an einer frem-
den Sache vindicircn kann. Das Derhaltniß dieses Besitzes zu
dem des Eigenthümers ist aber das, daß der Eigenthümcr die
universitas fundi besitzt, und, insofern die superficies mit dar-
in enthalten ist, auch diese: daher er auch das interd. uti pos-
sidetis hat. Die superficies als eine besondere Sache dagegen
(als welche sie jure nicht, sondern NM utilitatis causa durch
den Pratorischen Schutz existirt) besitzt der dominus nicht, svn,
dern der Supersiciar, der daher auch wegen dieses Körpers ein
eigenes interd. retinendae possessionis hat, und durch ex-
ceptio den dominus, welcher uti possidetis interdicirt, in sei-
nem Besitze beschränkt (L. 3. §. 7. Uti possid.). Der logische
Einwand also: piures eandem rem in solidum possidere
non possunt scheitert an der natürlichen Wahrheit, daß aller,
dings verschiedene Etagen von Verschiedenen innegchabt, gegen»
einander vertheidigt, und insofern auch besessen werden können,
obgleich dieses, wie gesagt, nach dem bloßen Rechte, undcnk»
bar wäre.
Der folgende §.4* von den Interdikten in Bezug
auf jura in re sucht zuerst mittelst mancherlei theils richti»
ger theils falscher Bemerkungen den Satz durchzuführen, daß

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