Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Roßhirt «. Albert/ vom Besitzt. 35ii
solche von Jemanden als ihm zugehörig inncgehabt wird) denn
durch das Eigenthum vermehrt die Sache ihre natürliche Selbst-
ständigkeit nicht, und kann als hcrrschaftgestattender Gegenstand
von jedem innegehabt werden, welche» Jnnehaben daher, ob-
gleich dem Eigenthum als solchen zwar in der Regel feindlich
gegenüberstchend (da dieses das jus possidendi gewahrt), doch
ein eigenes wahrhaftes der Natur des Verhältnisses der Men-
schen zu einander und zu den Sachen gemäßes Vermögensstück
(res) ausmacht. Zweitens nimmt der Vers. für die älteste Zeit
eine Vermischung der verschiedenen Verhältnisse des Jnnehabens
und Gebrauchend einer Sache an, die erst spater sich in klare
Formen geschieden hatten. Als wenn die ältesten Zeiten, vb.i
gleich die Sprache noch nicht so reich an Ausdrücken war, doch«
in der unterscheidenden Erkenntniß der Hauptrechte nicht eben:
so einsichtsvoll gewesen wären, wie die später», und das Sa-
menkorn nicht vollkommen ausgebildet scpn müßte, wenn es ei-
ner schönen Pflanze das Dascpn geben soll! —
Im §. 2. ist zuerst die Rede von dem sogenannten abge-r
leiteten Besitze, welchen Ausdruck der Vers, nicht mit Unrecht
tadelt, weil er zu unrichtigen Nebcnvorstellungen Anlaß geben
kann. Ucbrigens wird über die Natur dieses Besitzes nichts
Neues vorgebracht. Sodann von den juristischen Wirkungen
des Besitzes (S. J2—16.), wo behauptet wird, auch die In-
terdicte und die Usucapion, welche v. Savignp noch als Wir-
kungen des Besitzes übrig gelassen hat, könnten als solche nicht
gelten. Meiner Meinung nach ist dieser Streit über die Wir-
kungen des Besitzes ein unnützer Wortstrcit, wie denn fast alle
Streitigkeiten über solche Dinge, für welche sich im corpus ju-
ris keine besondern Ausdrücke oder Unterschiede hervorgehvben
sinden. Will man aber darüber zur Klarheit koiymen, so
muß man sich nur darüber verständigen, was unter juristi-
schen Wirkungen des Besitzes verstanden werden soll. Versteht

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