Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

342.

Rechtsphilosophie.

so weit sie ihm besonders gelungen schönen, er (S. 35-) auf.
zählt, und die Würlembergische Constitution rühmend er-
hebt. Ist denn jene Gesetzgebung, ist die Würtembergische Ver-
fassung Folge des Clima? oder, wenn man auch des Vers.
Dorerinncrung beachtet, nur vorzugsweise Folge des Clima?
Der Vers, versteckt nun das Auffallende solcher Folgerungen
häufig dadurch, daß er anfangt, das Clima habe dem Volke,
von dem er spricht, ein „Ingenium mobile. leve“, oder „ani-
mi gravitas“ u. s. w. gegeben, und daß er dann aus diesem
Charakter-des Volks die Eigenthümlichkeiten seiner Gesetzgebung
herleitet. So ist denn freilich alles 'wenigstens mittelbare Wir-
kung des Himmelsstrichs; allein Rcc. dünkt dieser Schluß nicht
viel anders, als wenn man behaupten wollte, weil Jemand
bei schönem Wetter leichter arbeitet, und auf scharfsinnige Ideen
kommt, das schöne Wetter habe diese scharfsinnigen Ideen her.
vorgebracht.
Ausser diesem einen Mangel, der durch das Ganze geht,
finden sich nun noch manche Unrichtigkeiten im Einzelnen. Rec.
rechnet dahin, daß der Vers. (S. 17.) die Griechen zu den
Völkern des OccidentS rechnet, wiewohl er selbst sagt, daß
sie „Asiae partem haud exiguam“ bewohnt hatte». Dann
die Behauptung (S. 26.), die Römer hätten, weil ihr Geist
geschickter zum Auffassen des Einzelnen gewesen sep, das öf-
fentliche Recht nicht, oder wenigstens weniger glücklich bearbei-
tet. Die ganze politische Laufbahn der Römer hat gezeigt, daß
sie wohl im Stande waren, das Allgemeine zu mnfassen. Die
Ursache aber, warum nur das Privatrccht von ihnen ausgebil-
det wurde, ist die, daß zur Zeit der Freiheit alle besseren Köpfe
selbstthätig an der Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten
Theil nahmen, und keine Zeit hatten, diesen oder einen andern
Zweig der Literatur zu bearbeiten. Zur Zeit der Kaiser war
dieß nun anders; hier hatten sie volle Muße; allein ein Nero,

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