Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

334 Staats recht.
rechte genommenen Gründen die Anwendbarkeit derselben auf
das wehr als halb völkerrechlliche Verhältniß des deutschen
Bundes in Zweifel ziehen: allein es wäre um so weniger am
Orte, hier diese Frage zu untersuchen, als der von den sammt-
lichcn hierauf eingehenden Derss., uamAch den von 1, 2, 6,
und selbst von Pfeiffer, als Hauptgrund ausgestellte Satz die
Beleuchtung der Crltik doch in keinem Falle auShalten dürste.
Diese Schriftsteller sagen nämlich, die Theilung eines (Rechts-)
Staates sei unerlaubt, weil die Negierung desselben kein Privat-
recht der fürstlichen Familie fef» So gewiß nun auch dieses
Princip bei einem Nechtsstaate unbestreitbar ist, so wenig kann
es (was auch Pfeiffer einräumt) auf Patrimonialstaaten
Anwendung finden: der Beweis aber, daß im deutschen Bunde
nur Rechtsstaaten seien, war — wegen der gar zu offenbar
widerstrebenden Würklichkeit ■— nicht zu führenund so fällt
der Satz in sich zusammen. Der letzte Anker der Derlheidiger
der Uutheilbarkcit der Bundesstaate» als solcher wäre somit nur
noch die positive Gesetzgebung des deutschen Bundes; und es ist
auch mehrfach versucht worden, denselben auszuwerfen. Da

*) Pfeiffer allein hat den Versuch gemacht, die Behauptung
gründlicher zu erweisen; daß alle d. Bundesstaaten Rechtsstaaten
seien und seyn müssen; allein Ref. gesteht, daß er sich mit seiner
Argumentation durchaus nicht vereinigen kann. Denn wenn er
die Möglichkeit der Patrimonial-Eigenschaft deßhalb läugnen zu
müssen glaubt, weil sonst die Mcdiatisirungen, Tausche, Tren-
nungen den regierenden Familien und ihren Agnaten Anrecht ge-
than hatten, und weil sich diese Operationen nur aus dem Stand-
punkte eines (Rechts-) Staates rechtfertigen lassen: so ist einmal
dem Ref. nicht bekannt, daß der erste Satz verneint würde, und
zweitens kann aus dem GcstchtsPuncte des Rechtsstaates am al-
lerwenigsten ein solcher Tausch u. f. w. penheidigt werden; weit
eher bei einem Patrimonialstaa».

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