Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

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Gross, Beding» des JrrstynS.
Ursache, und weiter noch gehört eine organische Bedingung da-
zu, worunter aber der Vers, nicht mehr etwas rein Körperli-
ches versteht, sondern etwas Psychisch, Organisches, gleichsam
das caput mortuum dahin geflohener unmoralischer Handlun-
gen.— Die Seele kann direct erkranken, aber nur in ne-
gativem Sinne, d. h. indem sie der Sinnlichkeit nachgebend in
Passivität versinkt, und cS gibt also eine Selbstverschuldung,
aber es liegt darin, wie ein faktischer, so auch ein hppoihcti«
scher Sinn. Ist nämlich Selbstbcstimmungksahigkeit gleich mit
absoluter Freiheit, so ist auch Selbstschuld etwas Aktives, und
mit dem absoluten Bösen im Bunde, ist sie aber gleich Spon-
taneität, und das ist sie, so ist Selbstschuld nur etwas Passi-
ves, d. h. ein minus heg Guten. Unterscheidet man nicht auf
diese Weise, so wird man zu den ungerechtesten Urtheilen im
practischen Leben verleitet, und der Psychiatrie al« Wissenschaft
hat Heinroth's Lehre eine willkührliche, precare Emtheilung
der Seelenkrankheiten gegeben, während Nasses Annahme
und Entwicklung des Gebundenftynö der Seele vom Körper
(Hirn, Brust, Bauch) aus eine ebenso geistreiche, als gültige
Elaffisication begründete.
Zweiter Abschnitt: Von den Bedingungen der Lasterhaf-
tigkeit. — Grohmann's bekannte Lehrsätze sind aus seinen
Abhandlungen in Nasse's Zeitschrift für psychische Aerzte und
für Anthropologie, Heinroth's aus seinem System der psy«
chisch - gerichtlichen Medicin entlehnt. Das scheinbare Recht,-
das beide Männer für sich, und die Anhänger, die sie gewon-
nen haben, charaktcrisircn ihre Theoreme als Meinungen.
Und an Meinungen also knüpft man den Ausspruch über Zu.
rechnungsfähigkeit! Da nun Hr. GrovS weder das Princip
der moralischen Freiheit, so wie es H., noch das der Noth-
Wendigkeit, so wie es G. aufstellt, genügen konnte, so. hat er
früher einem, wie er sich ausdrückt, höhern Determinismus,.

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