Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Cibil-Vroceß.

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kühr der Sachwalter und in herabwürbkgender Stellung des Ad-
Vvkatenstandes unter die Zahl der Gewerbe (S. 17.), so wie
ln andern üblen Wirkungen zeige, sei bas bei'm Urtheilsspruche
gewöhnlich gewordene Formelwesen, (S. 29.) diess sei
die Krankheit, auö welcher alles Uebcl in der Rechtspflege
Sachsens herrühre. Er versteht unter diesem Formelwesen „die
Eigenthümlichkeit des Urthelssthls, nach welcher bei interlocuto«
rischen, den Proceßgang vorzeichnenden Dccreten oder Senten-
zen, statt die Obliegenheiten der Partheien nach der Individua«
litat des Falles und dem Ergebnisse der verhandelten Akten spe-
cifisch auszndrücken, blos allgemeine, auf jeden in dieselbe Haupt«
Categorie gehörenden Fall gleich anwendbare Formeln gebraucht
werden, welche für das individuelle Urtheil über,die Nothwen-
digkeit, Entbehrlichkeit, Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit
der einzelnen Proceßhandlungen zu großen Spielraum offen las-
sen/^ Die größere Willkühr der Advokaten, die hieraus ent-
springt, führt den Vers, auf den Preußischen Instruktionspro-
ccß (S. 51.), welcher dem richterlichen Amte seine 1volle Wür-
de wiederzugeben suchte und ihm direkten Einfluß in die mate-
rielle Leitung und Erörterung der Rechtssachen übertrug.
Nothwendig mußte nun, wie dieß denn auch geschieht, eine
Vergleichung des Sächsischen Verhandlungs. und des
Preußischen Untersuchungs- oder Jnstruktions-Processes ange«
stellt werden, um zu zeigen, daß auch diese letztere Methode ne-
ben großen Vorzügen ihre großen Mangel habe, indem sonst
des Verf'S Hauptsatz von dem Unnöthigen einer völligen Re«
form des Proceßganges im Daterlande gefährdet war. Und wir
können hier nicht dem übrigens sehr gründlichen Recensenten in
der Hall. Literaturzeitung nc>. 165. Nov. 1826. deistimmen,
wenn er dieß Unternehmen des Verf's für überflüssig hält, auch
überhaupt Alles für unrichtig erklärt, was der Verf. über die Vor-
züglichkeit der Verhandlungs-Methode vor dem Jnstruktionsver»

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