Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

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Errafre ch t.

stantin d. Gr. befahl zuerst einen Sclavenmord, wie einen
Vürgermord, nach» L. (Cornelia de sicariis zu bestrafen; Con-
stantin schaffte die übermäßigen Rechte eines Römischen Bür-
gers auf feine Kinder ab, selbst das Recht sie zu verkaufen, was
er nur noch bei liberis sanguinolentis gestattete, (f. L. 2. C.
de patribus^ qni filios suos distraxerunt^ IV. ch3.) Constan-
tia schaffte den Concubmat, wenigstens bei daneben bestehender
achter Ehre, ab (s. L. un. C. de concubinis? V. 26.) und gab
Zur Vertilgung desselben, welche jedoch erst dem Leo Sapiens
(in Nov. 9J.) gelang, die legitimatio per subsequens matri-
monium; Sou flatilin hob ferner die unchristliche lex corn-
rnissorla bei'm Pfandrecht auf, (st L. 3. C. de pactis pigno-
rum j VIII. 35.); Constantin endlich hob jenes arglistige
und trügerische Formularrecht der Römer mit einem Male auf
(durch L. 1. C. de formulis et impetrationibus actionum
sublatis, II. 53.). Freilich kann erst nach und nach das Chrr-
ftenlhum alle Staatsverhältnisse durchdringen, da das Ideal
zu groß ist. (Dgl. S. Z. bei'm Vers.) Was nun die Lehren
der hei!. Schrift anlangt, so ist zwar nicht zu leugnen, daß der
Verkünder des Heils selbst sagte: „Mein Reich ist nicht von
dieser Welt." Wenn man aber, wie der Verf. (S. 6y.S« 10.),
den Geist des ChristethumS als das höchste Gesetz christlicher
Staaten betrachtet; so fragt es sich doch wieder: welches ist
die Quelle jenes christlichen Geistes, da allgemein anerkannte
Grundsätze des Christenthums bei so großer Disharmonie un-
ter den christlichen Religionspartheien sich kaum denken lassen?
Kommt man hier nicht in Gefahr, subjektive Wahrheit für
objektive zu geben? — Und woher anders, als aus der heil.
Schrift, ist jener christliche Geist zuletzt entlehnt? — Wo-
durch anders also.ist er objectiv zu begründen? — Wir be-
dauern daher um des wichtigen Gegenstandes willen, den diese
Schrift behandelt, daß ihr Verfasser nicht alle einzelne Slel-

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